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Gute Chancen auf Rückkehr der Großtrappe ins Zerbster Land

13.12.2019 - Tausende Großtrappen flogen einst über die Mark, bis sie kaum noch Brutplätze fanden. Nur noch in drei Landschaften Deutschlands gibt es den großen Vogel heute. Sachsen-Anhalt will und kann der vom Aussterben bedrohten Art jetzt ein viertes Zuhause bieten.

  • Zwei ausgewilderte junge Großtrappen in den Belziger Landschaftswiesen bei Baitz. Foto: Thomas Schulze/zb/Archiv © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Zwei ausgewilderte junge Großtrappen in den Belziger Landschaftswiesen bei Baitz. Foto: Thomas Schulze/zb/Archiv © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Magdeburg (dpa) - Ein paar Raubtiere müssen noch verjagt, ein paar Insekten angelockt und ein Schutzzaun aufgebaut werden - dann soll die Großtrappe ins Zerbster Land zurückkehren. Ab Sommer 2021 will der Förderverein Großtrappenschutz die ersten Tiere in dem europäischen Vogelschutzgebiet südöstlich von Magdeburg aussetzen, wie René Köhler und Marcus Borchert vom Förderverein am Freitag ankündigten.

Die Großtrappe ist seit Jahrtausenden in Mitteleuropa heimisch. Bis zur Industrialisierung lebten Tausende der großen Vögel verteilt über das gesamte Norddeutsche Tiefland. Intensive Landwirtschaft und die Zergliederung der Landschaft brachten den mit bis zu 17 Kilo schwersten flugfähigen Vogel Europas in Deutschland dann fast zum Aussterben - 1997 gab es nur noch 57 Tiere. Der Förderverein setzt sich seit Ende der 70er Jahr für den Erhalt der Art ein und ermöglichte dem Vogel mit Schutzmaßnahmen und Handaufzuchten die Trendwende. Seit der Jahrtausendwende erholen sich die Populationen, in Brandenburg und Sachsen-Anhalt leben heute wieder 305 Tiere.

Am Freitag übergab der Verein Sachsen-Anhalts Umweltministerin Claudia Dalbert (Grüne) eine Machbarkeitsstudie zur Wiederansiedlung des seltenen Vogels im Zerbster Land, wo die Großtrappe bis in die 90er gelebt hatte.

Die Vogelschützer sehen demnach gute Chancen, dass sich im Zerbster Land wieder eine selbsttragende Population entwickelt: Das Gebiet sei übersichtlich, so dass die Vögel Fressfeinde schnell erkennen könnten. Die Flugkorridore in die anderen Brutgebiete, den Fiener Bruch sowie die Belziger Landschaftswiesen und das Havelländische Luch in Brandenburg, sind nicht verbaut. Auswirkungen auf das Ökosystem sind nicht zu erwarten, schließlich lebte der Vogel über Jahrtausende im Zerbster Land. Und selbst die Landwirte in der Region zeigten sich in einer Umfrage viel aufgeschlossener als erwartet.

Doch die Ansiedlung des «Märkischen Straußes» ist mühsam: Von alleine besiedeln die Vögel keine Gebiete, sondern landen auf der Suche nach Balzpartnern nur dort, wo es schon Populationen gibt. Ein Großteil der 305 deutschen Großtrappen musste per Hand aufgezogen werden, nicht alle Küken überleben die ersten Jahre. Nur die Population im Havelland, wo etwa 110 Tiere leben, ist derzeit ohne menschliches Zutun überlebensfähig - nach Jahrzehnten der Arbeit des Fördervereins, wie es hieß.

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