Diese Seite benötigt Javascript! Bitte aktivieren Sie Javascript für eine korrekte Darstellung.

Getreideernte läuft: Erträge deutlich unter den Erwartungen

04.07.2019 - Auf den Feldern sind wieder die Mähdrescher zu sehen. Die Ernte läuft auf Hochtouren. Die Bauern haben gerade erst ein extrem trockenes Jahr hinter sich - da bereitet der Regenmangel erneut Sorgen.

  • Ein Mähdrescher fährt während der Ernte über ein Getreidefeld. Foto: Stefan Sauer © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Ein Mähdrescher fährt während der Ernte über ein Getreidefeld. Foto: Stefan Sauer © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Magdeburg (dpa/sa) - In Sachsen-Anhalt ist die Getreideernte im vollen Gang. Bereits Ende Juni rollten die ersten Mähdrescher, um auf einer Fläche von 600 000 Hektar Gerste, Weizen, Raps und Roggen zu ernten. Wegen der Trockenheit begann die Ernte früher als in anderen Jahren. «Bei dieser Trockenheit wächst das Korn nicht mehr», erklärte Erik Hecht vom Landesbauernverband Sachsen-Anhalt, «darum ernten die Betriebe sehr früh. Andernfalls könnte das Getreide durch Hagel oder Feuer zerstört werden.»

Im vorigen Jahr war die Trockenheit in Sachsen-Anhalt besonders ausgeprägt - und auch die daraus folgenden Ernteeinbußen waren überdurchschnittlich groß. Bund und Land erkannten die Dürre als Naturkatastrophe an und gewährten finanzielle Hilfen. Viele Landwirte warten jedoch nach wie vor auf ihre Unterstützung: 60 Millionen Euro können in Sachsen-Anhalt ausgezahlt werden, 36 Millionen Euro flossen bisher. Das Umweltministerium hofft, die Zahlungen bis Oktober abschließen zu können, wie es am Donnerstag auf Anfrage mitteilte. Die Anträge von Landwirten mit wirtschaftlichen Engpässen würden vordringlich bearbeitet, hieß es. Gleiches gelte für Rinderhalter.

Die Trockenheit bereitet den Landwirten auch in diesem Jahr große Sorgen. Zwar deutet sich laut Verband insgesamt eine Ernte an, die etwas besser ist als Vorjahr. Dennoch werden Erträge weit unter dem langjährigen Durchschnitt erwartet. An einigen Standorten wird sogar noch weniger geerntet als 2018. Die Erträge bei der Wintergerste, der ersten Kultur, die vom Feld geholt wird, liegen im Schnitt zwischen 30 und 65 Dezitonnen pro Hektar. In guten Jahren ernten die Bauern 80 bis 90 Dezitonnen. Insbesondere im Norden und Osten fällt die Getreideernte auch dieses Jahr schlecht aus.

Daran konnte auch der kühle Mai nichts ändern. «Die kühlen Temperaturen waren für die Landwirtschaft gut», sagte Hecht. «Aber es fehlte überall der Regen. Da die Wasservorräte durch den Dürresommer 2018 aufgebraucht sind, leiden die Pflanzen auf leichten und schweren Böden gleichermaßen unter Wassermangel.»

Am besten sieht es im Süden aus, weiß Hecht von den Landwirten, die ihre Ergebnisse wöchentlich nach Magdeburg an den Landesbauernverband melden. Allerdings nicht überall: «Die Situation ist regional sehr unterschiedlich. Wir können nicht einmal nach Kreisen unterscheiden», so Hecht. «Zum Teil haben Betriebe, die 20 Kilometer auseinanderliegen, riesige Unterschiede bei Qualität und Quantität des Getreides.» Alles hänge daran, wie viel es im Frühjahr auf die Felder geregnet habe.

In Sachsen-Anhalt fällt ohnehin weniger Regen als in anderen Bundesländern. «Auf einer Karte des Deutschen Wetterdienstes sieht man sehr gut, dass wir in puncto Austrocknung trauriger Spitzenreiter sind», resümierte der Sprecher des Landesbauernverbandes. Nachdem die ersten Schläge der insgesamt 100 000 Hektar Wintergerste im Land abgeerntet sind, beginnen die ersten Betriebe diese Woche mit der Rapsernte. Auch diese Ölfrucht weist vielerorts Trockenschäden auf.

Die anhaltende Trockenheit ist nicht nur für das Getreide schlecht. Auch Rüben, Mais und Kartoffeln leiden unter Wassermangel und können nicht wachsen. Viele Betriebe haben laut Verband nach dem zurückliegenden Dürrejahr ernsthafte wirtschaftliche Probleme.

Schließen

Aus Sicherheitsgründen werden Sie nach 30 Minuten Inaktivität vom System abgemeldet.

Um das zu verhindern, werden Sie bitte vor Ende dieses Zeitraums wieder aktiv.

Nach erfolgtem Logout können Sie sich erneut anmelden.
Aus Sicherheitsgründen wurden Sie nach 30 Minuten Inaktivität vom System abgemeldet. Bitte loggen Sie sich erneut ein.

Homepage aktualisieren