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Hakenkreuze vor Jüdische Gemeinde Halle

06.06.2020 - Eine Reihe antisemitischer Straftaten beschäftigt die Polizei in Halle. Jetzt ist ein Tatverdächtiger gefasst.

  • Ein Streifenwagen der Polizei steht mit eingeschaltetem Blaulicht. Foto: Carsten Rehder/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Ein Streifenwagen der Polizei steht mit eingeschaltetem Blaulicht. Foto: Carsten Rehder/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Ein 64 Jahre alter Mann steht im Verdacht, die aus Zellstoff gefertigten Hakenkreuze vor einem Gebäude der Jüdischen Gemeinde in Halle abgelegt zu haben. Der Mann sei auf einer Videoaufnahme zu sehen, teilte die Polizei in Halle am Samstag mit. Freitagabend erkannten Beamte den 64-Jährigen und kontrollierten ihn. Der Mann wurde befragt. Weitere Einzelheiten nannte die Polizei mit Verweis auf die laufenden Ermittlungen nicht. Am 31. Mai und am 2. Juni waren Hakenkreuze vor dem Gebäude in der Innenstadt gefunden worden.

Der Bau mit klassizistischer Fassade gehört zu der Gemeinde, deren entfernt gelegene Synagoge im vergangenen Oktober Ziel des Anschlags eines Rechtsextremisten war. Dieser hatte am 9. Oktober 2019 - am höchsten jüdischen Feiertag Jom Kippur - schwer bewaffnet versucht, in die Synagoge einzudringen. Er schoss auf eine Holztür und warf Sprengsätze. Als er es nicht schaffte, in die Synagoge zu gelangen, erschoss er auf der Straße eine Frau und einen Mann. Der Prozess gegen Stephan B. soll im Juli beginnen.

Für Empörung und Fassungslosigkeit hatten jüngst nicht nur die Hakenkreuze selbst gesorgt. Am Freitag war bekannt geworden, dass ein Polizist auf eines der Hakenkreuze getreten und es stillschweigend beseitigt haben soll. Erst Videoaufnahmen zeigten, dass der Beamte auf das Hakenkreuz getreten war, es sich vom Schuh entfernte und veränderte. Direkt nach dem Einsatz hatte er gesagt, er habe nichts festgestellt. Gegen ihn laufen jetzt strafrechtliche Ermittlungen wegen des Verdachts der Strafvereitelung im Amt sowie disziplinarrechtliche Ermittlungen. Er wurde in eine andere Dienststelle versetzt.

Ermittlungen laufen in Halle zudem noch zu Drohbriefen an eine andere jüdische Gemeinde, die Synagogengemeinde. Diese hatte Ende Mai Strafanzeige erstattet, weil sie einen Brief mit beleidigendem und volkshetzendem Inhalt erhalten hatte. Der polizeiliche Staatsschutz hatte die Ermittlungen übernommen, Schutzmaßnahmen wurden erweitert.

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