Diese Seite benötigt Javascript! Bitte aktivieren Sie Javascript für eine korrekte Darstellung.

Halle-Attentat: Privorozki zweifelt an Unwissenheit

08.09.2020 - Der Chef der Jüdischen Gemeinde Halle, Max Privorozki, hat im Prozess zum rechtsterroristischen Anschlag von Halle das Gericht aufgefordert, die Rolle der Eltern des Angeklagten genauer zu untersuchen. Er könne sich nicht vorstellen, dass der Angeklagte jahrelang bei seinen Eltern gewohnt habe, ohne dass sie etwas von seinen Plänen mitbekommen hätten, sagte Privorozki am Dienstag vor Gericht. Zumal der Angeklagte arbeitslos und finanziell abhängig von seinen Eltern war. «Sie wollten vielleicht nicht wissen, was genau er vor hatte», sagte der Gemeinde-Präsident. Sie hätten es aber wissen können, so der 57-Jährige.

  • Max Privorozki, Vorsitzender der Jüdischen Gemeinde in Halle. Foto: Hendrik Schmidt/dpa-Zentralbild/ZB/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Max Privorozki, Vorsitzender der Jüdischen Gemeinde in Halle. Foto: Hendrik Schmidt/dpa-Zentralbild/ZB/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Seit Juli läuft vor dem Oberlandesgericht Naumburg der Prozess um den Anschlag. Aus Platzgründen findet das Verfahren in den Räumen des Landgerichts Magdeburg statt. Der Angeklagte, der 28-jährige Sachsen-Anhalter Stephan Balliet, gestand zu Prozessbeginn, am 9. Oktober 2019 schwer bewaffnet versucht zu haben, die Synagoge von Halle zu stürmen und ein Massaker anzurichten. Darin feierten gerade 52 Menschen den höchsten jüdischen Feiertag Jom Kippur. Der Attentäter scheiterte jedoch an der Tür, erschoss daraufhin eine Passantin, die zufällig an der Synagoge vorbei kam, und später einen jungen Mann in einem Dönerimbiss.

Die Aussage der Eltern, nichts von den Plänen gewusst zu haben, erinnerten ihn an Menschen, die früher wenige Kilometer von Konzentrationslagern gelebt hatten und nach der Befreiung gesagt hatten, sie hätten nichts davon gewusst. Privorozki ist in Kiew geboren. Die derzeitige Situation in Deutschland sei aber nicht mit dem Dritten Reich vergleichbar. Die zahlreichen Solidaritätsbekundungen nach dem Anschlag hätten ihm gezeigt, dass die große Mehrheit der Deutschen gegen Hass und Antisemitismus seien. «Das ist der größte Unterschied zwischen dem Jahr 1938, als unsere Synagoge auch angegriffen wurde, und 2019.»

Schließen

Aus Sicherheitsgründen werden Sie nach 30 Minuten Inaktivität vom System abgemeldet.

Um das zu verhindern, werden Sie bitte vor Ende dieses Zeitraums wieder aktiv.

Nach erfolgtem Logout können Sie sich erneut anmelden.
Aus Sicherheitsgründen wurden Sie nach 30 Minuten Inaktivität vom System abgemeldet. Bitte loggen Sie sich erneut ein.

Homepage aktualisieren