Diese Seite benötigt Javascript! Bitte aktivieren Sie Javascript für eine korrekte Darstellung.

Nach Anschlag in Halle: Döner-Imbiss wieder geöffnet

16.11.2019 - Mit mehreren Schüssen tötet ein Rechtsextremist einen jungen Mann in einem Döner-Laden. Zu sehen ist das auf einem Live-Video der Tat. Rund fünf Wochen danach ist der Imbiss wieder geöffnet. Der Betreiber hat ein besonderes Geschenk für seine Mitarbeiter.

  • Reiner Haseloff (CDU, M) wird vom Izzet Cagac (l), dem bisherigen Betreiber des Imbisses «Kiez-Döner» empfangen. Foto: Alexander Prautzsch/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Reiner Haseloff (CDU, M) wird vom Izzet Cagac (l), dem bisherigen Betreiber des Imbisses «Kiez-Döner» empfangen. Foto: Alexander Prautzsch/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Halle (dpa/sa) - Der Imbiss «Kiez-Döner», einer der Tatorte beim rechtsextremen Terroranschlag in Halle, gehört künftig den Mitarbeitern, die während des tödlichen Angriffs dort gearbeitet haben. Am Samstag wurde das Geschäft offiziell wiedereröffnet. Der bisherige Betreiber Izzet Cagac überreichte den Brüdern Ismet und Rifat Tekin eine Geschenk- und Abtretungsvereinbarung. «Ich wünsche meinen Nachfolgern viel Kraft, um das schreckliche Ereignis vom 09.10.2019 zu verarbeiten und viele Kunden unterschiedlicher Kulturen und Religionen», heißt es in dem Schreiben.

Am 9. Oktober hatte ein schwer bewaffneter Rechtsextremist einen 20-Jährigen in dem Lokal erschossen. Zuvor hatte der Täter versucht, in einer Synagoge ein Massaker anzurichten. Er scheiterte an einer verschlossenen Tür und erschoss vor dem Gotteshaus eine zufällig vorbeilaufende Frau. Der Täter wurde später festgenommen und räumte ein antisemitisches und rechtsextremes Motiv ein.

Der bisherige Betreiber Izzet Cagac, der während der Tat nicht im Laden war, steht am Samstag auf einer Leiter und hängt ein schwarzes Transparent ab. Darauf wird zur Wiedereröffnung eingeladen. Neben ihm auf dem Boden die zusammengekehrten, verwelkten und vergilbten Trauerbekundungen. Cacag hat den Laden seinen Mitarbeitern übergeben, um sie damit zu unterstützen.

Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) betont bei der Wiedereröffnung des Imbisses, wie wichtig der Neustart sei. Das Bistro sei unter anderem bei Studenten Bestandteil der kulturellen Identität der Stadt. Die Universität Halle liegt in der Nähe. Der Regierungs-Chef rief alle Hallenser auf, das Geschäft zu besuchen.

Auch Bernd Wiegand (parteilos), Oberbürgermeister von Halle, folgte der Einladung des «Kiez-Döners». Man versuche, nach und nach in das normale Leben zurückzukommen, sagt er. Immer dann, wenn Antisemitismus in irgendeiner Weise erkennbar sei, sei jeder in der Stadtgesellschaft aufgerufen, dagegen auch vorzugehen. Von der jüdischen Gemeinde aus Halle waren keine offiziellen Vertreter gekommen. Der Vorsitzende Max Privorozki hatte immer wieder betont, dass seine Gemeindemitglieder Ruhe brauchen.

Schließen

Aus Sicherheitsgründen werden Sie nach 30 Minuten Inaktivität vom System abgemeldet.

Um das zu verhindern, werden Sie bitte vor Ende dieses Zeitraums wieder aktiv.

Nach erfolgtem Logout können Sie sich erneut anmelden.
Aus Sicherheitsgründen wurden Sie nach 30 Minuten Inaktivität vom System abgemeldet. Bitte loggen Sie sich erneut ein.

Homepage aktualisieren