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Hunderte Feuerwehrleute löschen Feld- und Waldbrände

01.07.2019 - Freiwillige Feuerwehrleute sind die Helden dieser Tage. Bei Freibadtemperaturen und darüber steigen sie in die Uniformen und bekämpfen Großbrände.

  • Ein Schild weist nach langer Trockenheit die Waldbrandgefahrenstufe 5 aus. Foto: Monika Skolimowska/Archiv © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Ein Schild weist nach langer Trockenheit die Waldbrandgefahrenstufe 5 aus. Foto: Monika Skolimowska/Archiv © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Tangerhütte/Calbe/Zörbig/Wenigerode (dpa/sa) - Hunderte Feuerwehrleute haben in Sachsen-Anhalt mehrere große Feld- und Waldbrände bekämpft. In der Altmark, im Salzlandkreis und im Landkreis Anhalt-Bitterfeld lagen die Schwerpunkte am Sonntag und Montag. In der Summe brannten mehr als 100 Hektar Feld und Wald nieder. Der Gesamtschaden liegt im siebenstelligen Eurobereich. «Bei den Temperaturen liegen die Nerven so schon blank, der Körper ist auf Schonung aus. Was die Einsatzkräfte hier unter diesen Bedingungen leisten, ist zu unserem Wohle, dafür setzen sie unermüdlich ihre Kräfte ein. Ich weiß das und ich schätze jeden Einzelnen dafür», sagte der Landrat des Landkreises Stendal, Carsten Wulfänger, am Montag. Ein Brand an der A2 bei Theeßen sorgte am Nachmittag für erhebliche Behinderungen.

In der Altmark brannten eine 54 Hektar große Ackerfläche und etwa sieben Hektar Wald nieder. Auch ein Einfamilienhaus, zwei Scheunen und diverse Nebengelasse fielen den Flammen am Sonntag in Bittkau, einem Ortsteil von Tangerhütte, zum Opfer, wie die Polizei in Stendal mitteilte. Laut dem Landkreis Stendal waren etwa 250 Feuerwehrleute angerückt, der Einsatz war erst am Montagvormittag beendet. Der Schaden wurde auf einen mindestens hohen sechsstelligen Betrag geschätzt.

Am Sonntagnachmittag hatte ein landwirtschaftlicher Mitarbeiter den Brand einer Strohballenpresse gemeldet. Er konnte die Presse vom Schlepper abkoppeln. Dann fing das Feld an zu brennen. Die teilweise starken Winde trieben das Feuer zum Waldstück am Ortsrand von Bittkau. Der Brand rollte weiter und richtete auf vier Grundstücken Schäden an. Die beiden Eigentümer des betroffenen Einfamilienhauses sowie ein Familienmitglied erlitten laut der Polizei einen Schock.

Am Montagnachmittag war an der Autobahn 2 nahe Theeßen ein Böschungsbrand gemeldet worden. Etwa 60 Feuerwehrleute rückten laut Polizei an und löschten das Feuer auf rund einem Hektar. Der Verkehr Richtung Berlin war für Stunden lahmgelegt. Die Sperrung dauerte bis in den Abend an. Die Folge war ein kilometerlanger Stau. Ein Mädchen verkürzte sich die Wartezeit und fuhr mit Inline-Skates auf der Autobahn.

In Zörbig (Landkreis Anhalt-Bitterfeld) brannte eine Lagerhalle mit Stroh, Traktoren und Arbeitsgeräten sowie einer Solaranlage. Die Flammen griffen am Sonntag im Ortsteil Großzöberitz auf ein etwa 17 Hektar großes Getreidefeld über. Der Sachschaden wurde auf rund eine Million Euro geschätzt. Ein 17 Jahre alter Mitarbeiter der örtlichen Agrargenossenschaft wurde mit Verdacht auf eine Rauchgasvergiftung in ein Krankenhaus gebracht. Ein 23 Jahre alter Feuerwehrmann erlitt bei den Löscharbeiten einen Schwächeanfall.

Bei Calbe im Salzlandkreis wütete ein Feuer auf einem Raps- und Weizenfeld von rund 50 Hektar Größe. Sonntagabend wurde der Brand nahe der Landstraße 65 bei Kleinmühlingen gemeldet und breitete sich wegen des starken Windes rasch aus, wie die Polizei in Bernburg mitteilte. Eine Bahnstrecke bei Calbe sowie Zufahrtsstraßen wurden gesperrt.

Bis zum späten Abend waren 15 Ortswehren mit 165 Kameraden an den Löscharbeiten beteiligt. Vier Feuerwehrleute wurden leicht verletzt. In der Feuerschneise lag laut Polizei auch eine Gartenkolonie, mehrere Lauben und Schuppen brannten ab. Zudem wurden im Gleis verlegte Kabel an der Bahnstrecke beschädigt. Der Schaden wurde zunächst auf rund 100 000 Euro beziffert. Die Brandursache war noch unklar.

Unterdessen hielt ein Großbrand bei Lübtheen in Mecklenburg-Vorpommern auf mehr als 400 Hektar Waldfläche die dortigen Einsatzkräfte in Atem. Der Brandgeruch war am Montag noch Hunderte Kilometer weiter südlich wahrnehmbar. In Sachsen-Anhalt, Brandenburg und Sachsen meldeten sich zahlreiche Anrufer bei den Feuerwehren. Sie berichteten, dass es draußen stark nach Rauch rieche, aber nirgends brenne. Die Landesgrenze von Niedersachsen und Sachsen-Anhalt liegt etwa 60 Kilometer von Lübtheen in Mecklenburg-Vorpommern entfernt.

In der Innenstadt von Wernigerode brannte am Montag ein Fachwerkhaus mit einem spanischen Restaurant. Der Schaden wird auf mehrere Hunderttausend Euro geschätzt. Das Feuer war am Montagmorgen in dem spanischen Restaurant ausgebrochen. Das Dach stand komplett in Flammen. Inzwischen ermittelt die Polizei gegen einen 31-Jährigen wegen des Verdachts der fahrlässigen Brandstiftung. Der Mann soll demnach in der Nähe des Fachwerkhauses mit einem Gasbrenner Unkraut bekämpft haben.

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