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Jüdische Gemeinde Halle fassungslos nach Fluchtversuch

04.06.2020 - Die Jüdische Gemeinde in Halle hat mit Entsetzen auf die Nachricht vom Fluchtversuch des Synagogen-Attentäters aus dem Gefängnis reagiert. «Das ist unfassbar, dass er es fast geschafft hat. Mir fehlen die Worte», sagte der Vorsitzende der Gemeinde, Max Privorozki, am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur. Es sei kaum vorstellbar, was alles hätte passieren können, wenn er es geschafft hätte. Er erwarte, «dass sich das nicht wiederholt». Das Gefängnis Roter Ochse befindet sich inmitten der Stadt und nahe der Peißnitzinsel, dem größten Naherholungsgebiet für Familien.

  • Blick auf die Justizvollzugsanstalt Halle/Saale. Foto: Hendrik Schmidt/dpa-Zentralbild/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Blick auf die Justizvollzugsanstalt Halle/Saale. Foto: Hendrik Schmidt/dpa-Zentralbild/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Stephan B. war am Pfingstsamstag nach Behördenangaben während eines Hofgangs im Gefängnis über einen 3,40 Meter hohen Zaun geklettert. Er hatte sich den Angaben nach für rund fünf Minuten unbeobachtet im Gefängnis bewegt bevor er von Bediensteten bemerkt worden sein soll. Nach Angaben eines Sprechers des Justizministeriums war eine Fluchtabsicht des Mannes erkennbar. Er wurde nach dpa-Informationen in das Hochsicherheitsgefängnis nach Burg verlegt.

Der Rechtsextremist hatte am 9. Oktober 2019 - am höchsten jüdischen Feiertag Jom Kippur - schwer bewaffnet versucht, in die Synagoge in Halle einzudringen. Er schoss auf eine Holztür und warf Sprengsätze. Als er es nicht schaffte, in die Synagoge zu gelangen, erschoss er auf der Straße eine 40 Jahre alte Frau und in einem nahen Döner-Imbiss einen 20 Jahre alten Mann. Am 21. Juli soll der Prozess gegen ihn beginnen.

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