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Jüdische Gemeinde mahnt mehr Aufklärung an

20.10.2019 - Halle (dpa/sa) - Nach dem Terror von Halle hat sich der Vorsitzende der jüdischen Gemeinde, Max Privorozki, für mehr Wissensangebote zum Judentum ausgesprochen. Bildung und Aufklärung von Kindheit an spiele eine immer größere große Rolle, um Rechtsextremismus und Antisemitismus vorzubeugen, sagte er am Sonntag. Er wünsche sich, dass zum Beispiel noch mehr Schulklassen die Gelegenheit bekommen, jüdische Museen und Synagogen zu besuchen, sagte er der dpa am Rande des Sukkot, einer Erntedankveranstaltung. Die Gemeinde in Halle biete etwa 50 Führungen im Jahr an.

  • Max Privorozki, Vorsitzender der Jüdischen Gemeinde zu Halle, spricht. Foto: Hendrik Schmidt/zb/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Max Privorozki, Vorsitzender der Jüdischen Gemeinde zu Halle, spricht. Foto: Hendrik Schmidt/zb/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Nach Ansicht von Privorozki werden mit dem Wort jüdisch häufig zunächst zwei Sachen verbunden, der Holocaust und der Konflikt mit Arabern. Die jüdische Gemeinschaft sei aber viel mehr, sie gehöre zur Geschichte der jeweiligen Stadt und Region. So reichten die ersten Spuren jüdischen Lebens auf dem heutigen Gebiet der Bundesrepublik seinen Angaben nach fast 1700 Jahre zurück.

Die jüdische Gemeinde in Halle ist seinen Angaben zufolge 327 Jahre alt. Die Geschichte des Judentums reiche aber mehr als 1000 Jahre zurück. Dies sei viel zu wenig bekannt. Er habe nach dem Anschlag vom 9. Oktober die Hoffnung, dass sich nach der überwältigenden Solidarität mit der Gemeinde sich noch mehr Menschen für das jüdische Leben und die Geschichte interessieren.

Am 9. Oktober hatte ein Deutscher schwer bewaffnet versucht, in die Synagoge in Halle an der Saale einzudringen, wo rund 50 Gläubige den jüdischen Feiertag Jom Kippur begingen. Als sein Plan misslangerschoss er auf der Straße eine 40 Jahre alte Frau und kurz darauf einen 20-jährigen Mann in einem Döner-Imbiss. Es gab mehrere Verletzte. Der 27-Jährige ist in Untersuchungshaft. Er hat die Tat gestanden und dabei antisemitische und rechtsextreme Motive eingeräumt.

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