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Kein Elektrobus zum Bauhausjubiläum: Projekt zu teuer

09.06.2019 - Elektrobusse kommen im Nahverkehr bislang kaum zum Einsatz. In Sachsen-Anhalt gibt es keinen einzigen - und das wird trotz vollmundiger Ankündigungen zunächst einmal auch so bleiben.

  • Die Tachometeranzeige mit Ladezustand in einem Elektrobus «Solaris Urbino 12». Foto: Christian Charisius/Archiv © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Die Tachometeranzeige mit Ladezustand in einem Elektrobus «Solaris Urbino 12». Foto: Christian Charisius/Archiv © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Dessau-Roßlau (dpa/sa) - Zum Bauhausjubiläum in diesem Jahr sollten in Dessau die ersten Elektrobus-Linien Sachsen-Anhalts starten. Doch die Pläne werden bis auf weiteres nicht weiterverfolgt. Das Projekt lasse sich derzeit finanziell nicht umsetzen, sagte der Sprecher der Stadtwerke Dessau, Christian Mattke. Für die Anschaffung der E-Busse gäbe es zwar Fördergeld vom Land. Doch selbst dann bleibt die Finanzierungslücke für die Stadtwerke zu groß, wie Mattke sagte.

Verkehrsminister Thomas Webel (CDU), die Nahverkehrsgesellschaft Nasa und die Stadt Dessau-Roßlau hatten das Projekt bereits im Dezember 2017 angekündigt. Als Ziel wurde ausgegeben, dass die ersten E-Busse auf den Linien 11 und 12 zum Jubiläum 100 Jahre Bauhaus 2019 durch die Stadt rollen sollen. Webel bezeichnete Elektrobusse beim Projektstart als wichtigen Beitrag für weniger CO2-Ausstoß im Verkehr und zum Schutz der Umwelt.

Die Nasa untersuchte daraufhin das Potenzial für E-Busse, wie Sprecher Wolfgang Ball berichtete. Ein Plan zur Umsetzung wurde erstellt - es ging um Aufbau, Ausstattung und Beschaffung des Elektrobussystems. Die konkrete Umsetzung habe aber bei den Verantwortlichen in Dessau gelegen, sagte Ball.

Und da zeigten sich schnell Probleme. Anschaffung und Betrieb von Elektrobussen seien deutlich teurer als bei herkömmlich angetriebenen Fahrzeugen, sagte Ball. Zudem seien E-Busse zunächst Exoten in der Flotte - brauchen aber eine aufwenige Infrastruktur mit Ladesäulen. Das Land bezahlt 80 Prozent der Mehrkosten für E-Busse und Ladeinfrastruktur, der Eigenanteil könne aber trotzdem hoch sein.

Dass die E-Busse nun nicht auf die Straße kommen, sei bedauerlich. «Wir haben den Boden bereitet», sagte Ball. Letztlich hätten aber auch weitere Gespräche zwischen Nasa, Ministerium und Stadt auf der Suche nach zusätzlichen Geldquellen nicht zum Erfolg geführt.

Mattke betonte, der Umweltaspekt spiele bei der Dessauer Busflotte bereits eine große Rolle. Mehr als die Hälfte der Fahrzeuge werde von Erdgas angetrieben - deutlich klimafreundlicher als mit Diesel. Im Bereich E-Mobilität setzten die Stadtwerke derzeit auf den Ausbau der Ladeinfrastruktur für Elektroautos. Vier neue Ladesäulen sollen noch in diesem Jahr errichtet werden.

Auch deutschlandweit sind Elektrobusse bislang kaum verbreitet. Branchenangaben zufolge sind erst rund 100 von 35 000 Bussen voll elektrisch unterwegs. In Europa sind es Verkehrsexperten der Beratungsgesellschaft McKinsey zufolge etwa 1500. Hohe Anschaffungskosten und vergleichsweise geringe Reichweiten sind wie auch bei Elektroautos die größten Hindernisse.

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