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Künstler-Stipendienprogramm bei Weitem nicht ausgeschöpft

09.09.2020 - Die Einschränkungen aufgrund der Corona-Pandemie haben Künstlerinnen und Künstler hart getroffen. Viele Veranstaltungen sind ausgefallen, Aufträge weggebrochen. Das Land hat als Hilfe ein Stipendium angeboten - es ist weniger gefragt als erwartet.

  • Eine Frau sitzt in ihrem Wohnzimmer an einer Staffelei. Foto: Sebastian Kahnert/dpa-Zentralbild/dpa/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Eine Frau sitzt in ihrem Wohnzimmer an einer Staffelei. Foto: Sebastian Kahnert/dpa-Zentralbild/dpa/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Schauspielerinnen haben sich ebenso beworben wie Maler, Autorinnen und Musiker: Für ein Landesstipendium als Corona-Hilfe für Künstler sind 480 Anträge eingegangen. Die Kulturschaffenden beantragten damit Hilfen in Höhe von 1,4 Millionen Euro, wie die Investitionsbank Sachsen-Anhalt auf Nachfrage mitteilte. Bis Donnerstag vergangener Woche seien insgesamt 278 Anträge bewilligt worden. Das entspreche etwa 821 000 Euro. Das erste Geld sei am 13. August ausgezahlt worden. Die Antragsfrist war am 20. Juli angelaufen und endete am 31. August.

Die Zahlen bleiben damit allerdings weit unter denen, die Staats- und Kulturminister Rainer Robra noch Ende Juni angepeilt hatte. Damals ging der CDU-Politiker davon aus, dass von dem Programm «Kultur ans Netz» etwa 2000 Künstlerinnen und Künstler profitieren würden. Wer hauptberuflich in der Kulturszene tätig sei und in Sachsen-Anhalt wohne, könne bis zu drei Monate lang 1000 Euro pro Monat bekommen. Sechs Millionen Euro wurden eingeplant. Die Zahlen zeigen, dass das Programm nur zu etwa einem Viertel ausgeschöpft wird. Es handelt sich um ein Arbeitsstipendium. Wer es beantragte, musste ein kurzes Konzept einreichen.

Zu den größten Gruppen, die die Hilfe beantragten, haben laut der Investitionsbank Maler, Zeichner, Illustratoren sowie Musiker aus den Bereichen Pop, Rock, Tanz- und Unterhaltungsmusik gehört. Die regionalen Schwerpunkte lägen in den zwei Großstädten Halle und Magdeburg. «Wir gehen zum jetzigen Zeitpunkt davon aus, dass alle vorliegenden Anträge bis Ende September bearbeitet und ausgezahlt werden können», erklärte ein Sprecher der Investitionsbank.

Aus Staatskanzlei und Ministerium für Kultur hieß es, Arbeitsstipendien seien gängige Fördermaßnahmen und hätten sich in der Kultur bewährt. Die individuellen Rückmeldungen aus der Kunstszene seien positiv. Das elektronische Antragsverfahren bei der Investitionsbank Sachsen-Anhalt sei als sehr einfach bewertet worden. «Eine Ursache, dass nicht alle in Betracht kommenden Künstlerinnen und Künstler einen Antrag stellten, scheint zu sein, dass sich derzeit nicht wenige Künstlerinnen und Künstler angesichts der Lage entschlossen haben, zumindest übergangsweise in andere berufliche Tätigkeiten auszuweichen.»

Auch sei denkbar, dass das zwischenzeitlich von der Bundesbeauftragten für Kultur und Medien für die Kultur zur Verfügung gestellte Förderprogramm «Neustart Kultur» von den Künstlern und von den Kultureinrichtungen angenommen werde. Es sei mit einer Milliarde Euro ausgestattet. Die Staatskanzlei und Ministerium für Kultur prüften, ob noch weitere Maßnahmen notwendig seien, um die Kultur in Sachsen-Anhalt wieder «ans Netz» zu bringen.

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