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Luther, Bauhaus, Chemie: Königspaar auf Zeitreise

10.07.2019 - Royaler Besuch in Sachsen-Anhalt: Das belgische Königspaar tourt einen Tag durchs Land, touristische Highlights und moderne Industrie stehen im Mittelpunkt. Die beiden erleben einige Überraschungen.

  • Das belgische Königspaar König Philippe und Königin Mathilde beim Besuch der Meisterhäuser von Walter Gropius. Foto: Jens Kalaene © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Das belgische Königspaar König Philippe und Königin Mathilde beim Besuch der Meisterhäuser von Walter Gropius. Foto: Jens Kalaene © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Wittenberg/Dessau-Roßlau/Leuna (dpa) - «Hallo Königin, hallo Königin», ruft der kleine Junge vor dem Rathaus in Wittenberg - laut und mehrmals hintereinander. Das belgische Königspaar begann den zweiten Tag seines Deutschland-Besuchs in der Lutherstadt und zog vor dem Rathaus zahlreiche Schaulustige aller Altersgruppen an.

Gleich zweimal nutzen Philippe und Mathilde die Gelegenheit und schütteln Hände, direkt nach der Ankunft und dann noch einmal, nachdem sie sich im Rathaus ins Goldene Buch der Stadt und das Gästebuch des Landes eingetragen haben. «Sehr sympathisch, sehr menschlich», habe das Königspaar auf sie gewirkt, berichtete eine Besucherin. Die Königin (46) trug ein mit Blumenmuster verziertes Kleid und einen kleinen rosafarbenen Hut, Philippe (59) eine farblich zum Hut seiner Frau passende Krawatte.

«Aus Interesse» sei er vors Rathaus gekommen, sagte ein 67 Jahre alter Wittenberger. Einige Besuche von Monarchen in Sachsen-Anhalt habe er schon beobachtet. «Aber die Belgier, die kennt man eigentlich gar nicht so wirklich.» Tatsächlich gelten die beiden als zurückhaltend und eher verschlossen - ganz im Gegensatz etwa zum niederländischen Königspaar Willem-Alexander und Máxima, das 2017 mit einem ähnlichen Besuchsprogramm durch Sachsen-Anhalt und Thüringen reiste.

Es folgte für das Königspaar eine Zeitreise durch Sachsen-Anhalts Geschichte - von Luther übers Bauhaus bis zur modernen Chemieindustrie. Los ging es in Wittenberg in der Schlosskirche, an deren Pforte Luther vor mehr als 500 Jahren seine Thesen angeschlagen haben soll. Im Lutherhaus bekam das Königspaar als Überraschung die Kopie eines 1837 verfassten Brief des ersten belgischen Königs überreicht. Er war durch Zufall im Archiv des Lutherhauses gelandet und gefunden worden. Als Gastgeschenk gab es zudem eine schwarze Lutherfigur, etwa einen Meter groß, mit der Bibel in der Hand. Philippe hob die leichte Kunststofffigur prüfend an und lächelte.

In Dessau stand der Besuch des Königspaares dann ganz im Zeichen des Jubiläums 100 Jahre Bauhaus. Philippe und Mathilde ließen sich durch das Bauhausgebäude und die Meisterhäuser von Bauhausgründer Walter Gropius führen. In Leuna informierte sich das Königspaar über den Chemiepark, in dem sich nach der Wende zahlreiche Unternehmen angesiedelt haben - auch belgische. Letzter Stopp vor dem Heimflug von Philippe und Mathilde war deshalb ein Unternehmen aus der Heimat, das in Leuna Kunststoffe produziert.

Auch kulinarisch wurde das Königspaar verwöhnt. Auf der Menükarte des Mittagessens in Wittenberg standen Carpaccio vom Weiderind mit sautierten Pilzen, Kalbswickel an Portweinglace mit Mascarpone-Kartoffelpüree und zum Nachtisch Wittenberger Apfelspalten in Gewürzsud und Vanilleeis. Wie es dem Königspaar geschmeckt hat, blieb den begleitenden Journalisten allerdings verborgen.

Tags zuvor hatte der Deutschland-Besuch des Königspaars in Thüringen begonnen. Auf Schloss Friedenstein begaben sie sich auf die Spuren ihrer Ahnen, dem Hause Sachsen-Coburg und Gotha, von dem Philippe abstammt. Haseloff ließ beim Besuch in Wittenberg allerdings nicht unerwähnt, dass es auch eine enge Beziehung zu der Stadt in Sachsen-Anhalt gibt. «Die eigentliche Wurzel der Dynastie ist hier in Wittenberg», erzählte er freudestrahlend. Erst später habe sich das Haus infolge von Erbteilungen auch auf Thüringen ausgeweitet. «Eine wichtige Wurzel war hier.»

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