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Mehr Pflegeazubis in Sachsen-Anhalt gesucht

12.07.2020 - Die Zahl der Alten und Pflegebedürftigen wächst. Das offenbart eine große Lücke bei den Fachkräften. Die neue Pflegeausbildung soll helfen, das Problem zu lösen.

  • Eine Seniorin bekommt den Blutdruck gemessen. Foto: Marijan Murat/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Eine Seniorin bekommt den Blutdruck gemessen. Foto: Marijan Murat/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

In den vergangenen Jahren ist die Zahl der Auszubildenden in den Pflegeberufen in Sachsen-Anhalt gestiegen - dennoch fehlen viele Fachkräfte. Im Ausbildungsjahr 2019/20 lag die Gesamtzahl der Schülerinnen und Schüler laut einer Übersicht des Sozialministeriums bei gut 4050, davon waren etwa 1570 im ersten Ausbildungsjahr. Noch 2016/17 seien es 3700 Pflege-Azubis gewesen, darunter knapp 1320 Anfänger. Bislang wird laut dem Ministerium für dieses Jahr von knapp 1700 neuen Auszubildenden ausgegangen - die genauen Zahlen, die vermutlich etwas geringer ausfallen, sollen aber erst Ende Juli vorliegen.

Laut einem Zwischenstand der Krankenhausgesellschaft zeichnet sich ein Zuwachs von Bewerbungen etwa in den Kliniken ab. Die Ausbildung für die Pflegeberufe wird auf völlig neue Füße gestellt. Nach der bisherigen Unterteilung in Gesundheits- und Krankenpflege, Gesundheits- und Kinderkrankenpflege sowie Altenpflege gibt es nun einen europäisch anerkannten Ausbildungsabschluss. Wer diesen hat, kann als Fachkraft in allen Bereichen der Pflege eingesetzt werden - ob in der Altenpflege, der Gesundheits- und Krankenpflege oder in psychiatrischen Einrichtungen.

Zudem müssen die Pflege-Azubis mit dem Inkrafttreten des Pflegeberufegesetzes Anfang 2020 kein Schulgeld mehr zahlen. Sie bekommen laut Ministerium im ersten Ausbildungsjahr rund 1055 Euro, 1120 Euro im zweiten und knapp 1230 Euro im dritten Jahr.

Erst kürzlich hatte das Sozialministerium in einer Mitteilung von guten Zukunftschancen und Perspektiven in der Pflege berichtet. Für den nächsten Beginn der Ausbildung im August, September und Oktober hätten sich insgesamt 427 Träger der praktischen Ausbildung im Land gemeldet, die Pflegekräfte ausbilden wollten. Dazu gehörten Krankenhäuser, teil- und stationäre Pflegeeinrichtungen, aber auch ambulante Pflegedienste. «Erklärtes Ziel des Landes ist es, die Ausbildungszahlen in der Pflege bis zum Jahr 2023 um zehn Prozent zu steigern», erklärte Sozialministerin Petra Grimm-Benne (SPD).

Die Regionaldirektion Sachsen-Anhalt-Thüringen der Agentur für Arbeit stellt regelmäßig fest, dass Fachkräfte in der Pflege fehlen. «Eine Verbesserung bei Löhnen und Arbeitsbedingungen und eine verstärkte Zuwanderung von Pflege-Fachkräften aus dem Ausland, kann die Fachkräftelage entspannen», erklärte der Geschäftsführer der Regionaldirektion Markus Behrens. Den Zahlen zufolge waren im Juni 2019 rund 21 300 Altenpflegekräfte sozialversicherungspflichtig beschäftigt und damit 840 oder 4,1 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Zudem waren im Juni 2019 etwa 30 700 Krankenpfleger beschäftigt. Das habe einem Plus von 550 oder 1,8 Prozent entsprochen.

Der Mangel zeigt sich an langen Wartezeiten, wenn Stellen besetzt werden sollen. Im Bereich der Altenpflege dauert es laut der Regionaldirektion im Schnitt 226 Tage bis eine Stelle für examinierte Altenpfleger besetzt werden konnte. Das sei deutlich länger als der Durchschnitt bei allen Fachkräften in Sachsen-Anhalt - da dauere eine Stellenbesetzung 155 Tage. Bei den Krankenpflegern sei die Situation nicht ganz so angespannt, dort bleibe eine Stelle in der Regel 157 Tage frei.

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