Menschen mit Behinderung kritisieren: Werden nicht beachtet

16.04.2021 Menschen mit Behinderungen beklagen, dass ihre Belange in der Corona-Pandemie nicht ausreichend berücksichtigt werden. «Als Interessenvertreter der verschiedensten Behindertengruppen müssen wir immer wieder feststellen, dass bestimmte Gruppen nicht im Blick der gesellschaftlichen Prozesse sind», sagt Jürgen Hildebrand, Vorsitzender des Allgemeinen Behindertenverbandes in Sachsen-Anhalt (Abisa). Das sei leider auch in dieser Pandemie so.

Das Icon der Luca-App auf dem Bildschirm eines Smartphones. Foto: Christoph Soeder/dpa/Illustration © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Beispielhaft stünde dafür die Luca-App zur Kontaktnachverfolgung von Corona-Infizierten. «Hier wurde im Vorfeld nicht bedacht, die Anwendung barrierefrei zu gestalten. Blinde Menschen werden von der Nutzung ausgeschlossen», sagte Bernd Peters, Leiter der Geschäftsstelle des Blinden- und Sehbehindertenverband Sachsen Anhalt. Das Land wird die App künftig einsetzen.

Auch die Impfpriorisierung habe bei vielen Menschen mit Behinderung für Unverständnis gesorgt. Die Athletensprecherin Manuela Schmermund sagte jüngst im Deutschlandfunk, dass ihrer Ansicht nach bestimmte Gruppen von Menschen mit Behinderung bei der Impfpriorisierung «schlichtweg vergessen» worden seien. Das seien unter anderem «Menschen mit Behinderung, die nicht in einer Einrichtung leben und trotz allem zusätzliche Erkrankungen haben».

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