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Musikfest für «Balladenkönig» Loewe als Kirchenmusiker

11.04.2019 - Als Komponist ging Carl Loewe vor allem wegen seiner Balladen wie zu Goethes Erlkönig in die Musikgeschichte ein. Sein Name geriet in Vergessenheit, aber jetzt wird er in seiner Geburtsstadt gefeiert.

  • Eine Büste des Komponisten Carl Loewe steht in Sichtweite des Elternhauses und zukünftigen Museums des Komponisten. Foto: Jan Woitas/Archiv © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Eine Büste des Komponisten Carl Loewe steht in Sichtweite des Elternhauses und zukünftigen Museums des Komponisten. Foto: Jan Woitas/Archiv © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Löbejün-Wettin/Halle (dpa/sa) - Für Fans seiner Musik ist er der ungekrönte König, der Star der Ballade: Carl Loewe (1796-1869). Der Komponist, der unter anderem Goethes Erlkönig vertonte, gehört nach Ansicht von Experten in der Musikgeschichte in eine Reihe mit bekannten Namen wie Robert Schumann, Franz Schubert, Johannes Brahms oder Felix Mendelssohn Bartholdy. In der Öffentlichkeit geriet Loewe jedoch in Vergessenheit. Von diesem Samstag (13. April) an wird er in seiner Geburtsstadt Löbejün wieder mit einem Musikfest geehrt. Anlass ist der 150. Todestag.

Unter dem Motto «Carl Loewe - zwischen Pflicht und Kür» erwarten die Organisatoren zu den 7. Carl-Loewe-Festtagen in der Kleinstadt im Süden Sachsen-Anhalts bis zum 21. April viele Besucher aus dem In- und Ausland. Rund 200 Mitwirkende gestalten das Programm, das erstmals neun Tage und damit länger dauert als bisher. «Wir widmen uns in diesem Jahr dem Schaffen Loewes als Kirchenmusiker und -komponist», erklärte der Präsident der Internationalen Carl-Loewe-Gesellschaft, Andreas Porsche. Anlass ist das gleichzeitig begangene Osterfest.

Während des Festivals gibt es Konzerte, Vorträge, Ausstellungen und Gottesdienste. Auch mit jungen Ensembles solle mehr Publikum erreicht werden, sagte Porsche. «Man soll Loewe neu erleben können.» Der so Geehrte schrieb den Angaben zufolge rund 500 Lieder und Balladen, etwa «Die Uhr» oder «Tom der Reimer». Dazu kommen 17 Oratorien, 6 Opern, 2 Sinfonien sowie Klavierkonzerte.

Der Name des Komponisten stand schon im 19. Jahrhundert eher im Schatten berühmter Namen wie Mendelssohn Bartholdy oder Brahms, wie der Musikprofessor Wolfgang Hirschmann von der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg erläuterte. Die Ballade als Musikform ist Porsche zufolge aber bis heute beliebt und Loewe sei insbesondere mit solchen Stücken, die er als Kür seines Schaffens verstanden habe, in die Geschichte eingegangen.

Der Komponist habe zugleich mehr als vier Jahrzehnte lang als Kantor und Organist in der Stettiner St. Jacobi Kirche (Szczecin/Polen) sehr engagiert seine Pflicht getan, erklärte Porsche zugleich das Motto des Festivals. Es hat im Laufe der Jahre immer mehr Anhänger und Kenner seiner Musik in seine Geburtsstadt Löbejün gelockt, darunter Interpreten und Komponisten wie Udo Jürgens, der auch zum Ehrenmitglied der 1992 gegründeten Gesellschaft ernannt wurde.

«Dass es ein neueres Interesse für Loewe gibt, hängt auch damit zusammen, dass es ein stärkeres Interesse an regionalen Komponisten gibt», sagte der Musikwissenschaftler Hirschmann. Loewes Herz wurde laut Porsche in Stettin in einem Pfeiler der Kirche beigesetzt, sein Grab ist bei Kiel (Schleswig-Holstein), wo er die letzten Jahre seines Lebens verbrachte.

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