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Mutter und Sohn in Spanien getötet: Sachsen-Anhalt ermittelt

26.04.2019 - Eine Frau und ihr Sohn werden brutal getötet, der Vater steht unter Verdacht. Nur ein kleiner Junge überlebt. In die Aufklärung des Geschehens auf Teneriffa wird auch die Polizei in Sachsen-Anhalt involviert.

  • Polizisten und Mitglieder der Guardia Civil bei einer Suchaktion auf Teneriffa. Foto: Andres Gutierrez/AP/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Polizisten und Mitglieder der Guardia Civil bei einer Suchaktion auf Teneriffa. Foto: Andres Gutierrez/AP/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Madrid/Santa Cruz de Tenerife (dpa) - Der gewaltsame Tod einer 39-Jährigen und ihres Sohnes auf der spanischen Ferieninsel Teneriffa beschäftigt auch die Polizei in Sachsen-Anhalt. Nach dpa-Informationen ist ein Amtshilfeersuchen aus Spanien auf dem Weg in die Heimat der Familie. Was genau die deutschen Beamten herausfinden sollen, blieb zunächst offen. Die sachsen-anhaltischen Sicherheitsbehörden wollten sich am Freitag nicht äußern. Die Familie stammte verschiedenen Medienberichten zufolge aus dem Süden Sachsen-Anhalts.

Am Mittwoch waren die Frau und ihr zehn Jahre alter Sohn leblos in einer Höhle entdeckt worden. Der 43 Jahre alte Vater steht im Verdacht, die beiden brutal totgeprügelt zu haben. Der Mann wurde schon vor Entdeckung der Leichen vorläufig festgenommen. Er lebte getrennt von seiner Familie bereits länger auf Teneriffa. Sein jüngerer Sohn entkam und war von Passanten entdeckt worden.

Um den überlebenden Jungen wollen sich Verwandte kümmern. Die Großeltern mütterlicherseits und möglicherweise auch eine Tante wurden noch am Freitag auf der spanischen Urlaubsinsel erwartet, wie die Ministerin für Soziales der Regionalregierung der Kanaren, Cristina Valido, sagte. Sie stünden dem deutschen Jungen in dieser schwierigen Phase bei und könnten nach Möglichkeit auch bei der Aufklärung des mutmaßlichen Mordes helfen.

Der Sechsjährige werde seit Dienstag von Sozialarbeitern und Psychologen betreut, sagte Valido. Die Nacht zum Mittwoch habe er in dem Haus jener Niederländerin verbracht, die das hilflos umherirrende, weinende und unter Schock stehende Kind am Dienstag zusammen mit anderen Passanten aufgegriffen und zur Polizei gebrachte hatte. Die seit vielen Jahren auf der Insel lebende Frau habe am ersten Tag auch als Übersetzerin ausgeholfen, so die Politikerin.

Die Niederländerin sagte vor Journalisten, der Kleine habe ihr erzählt, dass der Vater die Familie zu einem Picknick aufs Land gefahren und unter einem Vorwand in die Höhle gelockt habe. «Er hat ihnen erzählt, dass in der Höhle Ostergeschenke versteckt waren», wurde die 59-Jährige von der Zeitung «El País» zitiert. «Der Kleine hat seine Mutter schwer verletzt gesehen», so die Niederländerin weiter. Dass sie tot sei, habe ihm zunächst niemand gesagt. Eine Aussage des Kindes habe sie besonders bewegt. «Er sagte mir: Es ist besser am Leben zu sein als Ostergeschenke zu bekommen.»

Die leblosen Körper der Frau und des Zehnjährigen waren am Mittwoch nach einer großangelegten Suchaktion in einer Höhle unweit der Gemeinde Adeje gefunden worden. Der Sechsjährige hatte der Polizei zuvor von einem brutalen Angriff des Vaters erzählt. Der Familienvater sollte nach amtlichen Angaben noch am Freitag der zuständigen Ermittlungsrichterin vorgeführt werden. Er habe in Vernehmungen eine Diskussion mit der 39-Jährigen eingeräumt, bestreite aber, die Frau und ihren Sohn getötet zu haben. Die Autopsie der Leichen soll in den nächsten Tagen detaillierte Erkenntnisse zur Todesursache liefern.

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