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Neue Heimbesuchsregeln: «Nicht alles wird möglich sein»

10.05.2020 - Für die Betroffenen war das Besuchsverbot in Pflegeeinrichtungen eine schwere Zeit. Fast 30 000 Menschen leben in Sachsen-Anhalt in stationären Pflegeeinrichtungen. Dass jetzt wieder Besuch erlaubt wird, stellt die Heime jedoch vor Herausforderungen.

  • Ein Mundschutz liegt auf einem Tisch in einer Pflegeeinrichtung. Foto: Frank Molter/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Ein Mundschutz liegt auf einem Tisch in einer Pflegeeinrichtung. Foto: Frank Molter/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Wohlfahrtsverbände sehen große Herausforderungen bei der Umsetzung der neuen Besuchsregeln für Pflegeeinrichtungen. Laut Deutschem Roten Kreuz (DRK) Sachsen-Anhalt und der Diakonie Mitteldeutschland macht sich dies unter anderem daran deutlich, alle geltenden Infektionsschutzregeln umzusetzen sowie Kontrolle und Vertrauen in Einklang zu bringen, wie die Organisationen der Deutschen Presse-Agentur mitteilten. Konkret heißt es vom DRK-Landesgeschäftsführer Carlhans Uhle: «Die meisten Altenpflegeeinrichtungen können eine permanente Kontrolle der Umsetzung von Abstandsregeln aber kaum leisten, weil sie einen personellen Mehraufwand bedeuten.»

Die Diakonie betont: «Hier wird nicht alles möglich sein, was Angehörige wünschen. Da hoffen wir auf viel Verständnis und Unterstützung.» Sachsen-Anhalt lockert von Montag an das seit Wochen geltende strenge Besuchsverbot in Pflegeeinrichtungen: Heimbewohner dürfen einen Besucher pro Tag für eine Stunde empfangen. Bedingung: Die Besucher tragen einen Mund-Nasen-Schutz, der von der Einrichtung gestellt wird, um das Ansteckungsrisiko zu minimieren.

Die Entscheidung sehen die Verbände etwas unterschiedlich. «Es ist sehr gut, dass Bewohnerinnen und Bewohner von Pflegeeinrichtungen und Wohnheimen für Menschen mit Behinderung wieder besucht werden können», heißt es von Christoph Stolte, Vorstandsvorsitzender der Diakonie Mitteldeutschland. Sieben Wochen ohne direkten Kontakt zur Familie seien eine schwere Zeit gewesen.

Das Rote Kreuz ist etwas zurückhaltender. Man sehe die neuen Regeln zwiegespalten. Einerseits freue man sich sehr für die Bewohner und ihre Angehörigen, andererseits sei man wegen eines höheren Risikos besorgt. «Wir hoffen, dass sich der mutige Schritt der Lockerung als richtig erweist.»

Ein wenig anders gestaltet sich die allgemeine Situation für den Pflegedienstleister Humanas. Sie setzen in der Altenpflege auf die Kombination ambulanter und teilstationärer Wohn- und Pflegeformen. Weil die Humanas keine stationären Einrichtungen betreibt, waren sie vom Besuchsverbot nicht betroffen. «Selbstverständlich haben wir aber den Zutritt in unsere 15 Wohnparks seit März beschränkt, so dass das Risiko des Hereintragens des Virus drastisch reduziert wurde», teilte das Unternehmen mit.

Alle Anbieter haben jetzt auch die Sicherheitsstandards erhöht. Bei Humanas und dem DRK werden etwa Besuchslisten geführt. Es wird auch betont, dass bei Begegnungen Hygieneregeln wie Abstand eingehalten werden sollen. Von Seiten der Diakonie und des DRK heißt es zudem, dass alle Heime auch individuell mit der Situation umgehen müssen. Die Umsetzung variiere von Einrichtung zu Einrichtung.

Derweil hatte das Sozialministerium angekündigt, dass ambulante Einrichtungen je 600 Filtermasken vom Typ FFP2 sowie 2000 OP-Masken erhalten. Bei den stationären Einrichtungen richtet die Menge nach der Größe der Einrichtungen.

«Die Gedanken und Gefühle bewegen sich im Spannungsfeld zwischen Sorge für die Bewohner und Erleichterung, dass Besuche wieder erlaubt sind», betonte der Diakonievorsitzende Stolte. Neben Freude spiegeln Bewohnerinnen und Bewohner laut DRK-Geschäftsführer Uhle wieder, dass ihnen bewusst sei, dass die Besuche nicht so ablaufen werden, wie es vor der Corona-Pandemie war.

Laut Pflegestatistik 2017 leben mehr als 28 000 Pflegebedürftige in 633 stationären Einrichtungen, wie das Sozialministerium mitteilte. Hinzu kommen 30 000 Menschen, die durch ambulante Dienste versorgt werden.

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