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Organspende-Warteliste lang: Auch junge Menschen hoffen

04.06.2020 - Sie warten oft Jahre lang auf ein neues Organ. In Sachsen-Anhalt stehen Hunderte Menschen auf der Liste für eine Organtransplantation. Auch junge Menschen müssen weiter auf eine Spende hoffen.

  • Ein Organspendeausweis, aufgenommen vor dem Modell eines menschlichen Torsos. Foto: Daniel Maurer/dpa/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Ein Organspendeausweis, aufgenommen vor dem Modell eines menschlichen Torsos. Foto: Daniel Maurer/dpa/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

In Sachsen-Anhalt stehen derzeit Hunderte Menschen auf der Warteliste für eine Organspende. Darunter waren - mit Stand zum Jahresanfang - auch drei Sachsen-Anhalter unter 18 Jahren, erklärte die Sprecherin der Techniker Krankenkasse in Sachsen-Anhalt, Elke Proffen, in Magdeburg mit Verweis auf Zahlen der Vermittlungsstelle Eurotransplant. Bundesweit warteten demnach insgesamt 154 Kinder und Jugendliche auf ein dringend benötigtes Organ.

Allein in Sachsen-Anhalt brauchten 292 Menschen aller Altersgruppen eine Niere, 35 ein Herz und 30 eine Leber. Auf eine neue Bauchspeicheldrüse und eine Lunge hofften den Angaben zufolge 20 Sachsen-Anhalter. Insgesamt standen damit 25 Menschen mehr auf der Warteliste von Eurotransplant als im Vorjahr. Einige benötigten auch mehrere Organe, erklärte Proffen.

Entscheidend für die Frage, wer ein Organ bekommt, sind nach Angaben von Eurotransplant vier Kriterien: der erwartete Erfolg nach der Transplantation, die durch Experten festgelegte Dringlichkeit, die Wartezeit des Empfängers und die nationale Organaustauschbilanz. Wer sich als Organspender ausweisen wolle, könne sich vor der Entscheidung unter anderem bei öffentlichen Stellen wie der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung oder bei den gesetzlichen und privaten Krankenversicherungen informieren, erklärte Proffen.

In Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen würden insgesamt nur 27 Prozent der Erwachsenen einen ausgefüllten Organspendeausweis besitzen, so Proffen. Damit bildeten die Länder deutschlandweit das Schlusslicht. Bundesweit liege die Quote bei 40 Prozent.

Die Politik versucht seit Langem, die Spendenbereitschaft der Deutschen zu erhöhen. Im Januar hat der Deutsche Bundestag das Gesetz zur Stärkung der Entscheidungsbereitschaft bei der Organspende verabschiedet. Es sieht unter anderem ein neues Onlineregister für Organ- und Gewebespenden vor. Zudem sollen Ausweisstellen künftig Aufklärungsmaterial und Organspendeausweise aushändigen und Hausärzte ihre Patienten bei Bedarf alle zwei Jahre ergebnisoffen beraten. Das Gesetz soll voraussichtlich im ersten Quartal 2022 in Kraft treten. Organentnahmen bleiben aber weiterhin nur mit ausdrücklicher Zustimmung erlaubt.

Die Stiftung Eurotransplant ist nach eigenen Angaben für die Zuteilung von gespendeten Organen in acht europäischen Ländern verantwortlich. Die Stiftung arbeitet dabei eng mit Organspende-Organisationen, Transplantationszentren, Laboratorien und Krankenhäusern zusammen. Sobald ein Spender gemeldet wird, bestimmt den Angaben zufolge Eurotransplant mit Hilfe eines komplexen Computerverfahrens für jedes verfügbare Organ einen passenden Empfänger. Bundesweit wurden im vergangenen Jahr nach Angaben der Vermittlungsstelle 3538 Organe von verstorbenen Spendern transplantiert.

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