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Regierung stellt Tierschutzbericht vor: Nutztiere im Fokus

10.12.2019 - Mit der bloßen Produktion von billigem Fleisch werden Nutztierhalter bald nicht mehr überleben können, sagt der Tierschutzbeauftrage. Vor allem Schweinehalter müssen bei der Haltung nachbessern. Dennoch macht der Tierschutz in Sachsen-Anhalt auch Fortschritte.

  • Hühner in einem Stall. Foto: Jan Woitas/zb/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Hühner in einem Stall. Foto: Jan Woitas/zb/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Magdeburg (dpa/sa) - Tiere sollen vor ihrem Tod ein schönes Leben haben - diesen Anspruch haben auch in Sachsen-Anhalt immer mehr Verbraucher: «Nutztierhaltung wird nur noch dann zukunftsfähig sein, wenn sie gesellschaftliche Akzeptanz erfährt», sagte der Tierschutzbeauftragte des Landes, Marco König am Dienstag bei der Vorstellung des Tierschutzberichtes 2019. «Das Mitgeschöpf Tier rückt in den Mittelpunkt.» Das stelle die Nutztierhalter im Land vor «gewaltige Anstrengungen».

Bislang ist aber genau das Gegenteil der Fall: Königs Bericht zeigt, dass viele Landwirte schon die heutigen Vorschriften zur Nutztierhaltung nicht einhalten. Rund vier Prozent der Halter wurden 2017 und 2018 jeweils kontrolliert. Bei etwa jedem zehnten kontrollierten Betrieb gab es Beanstandungen. Bei Schweinehaltern war es sogar jeder vierte.

Das liege unter anderem an mehreren rechtlichen Änderungen in der Schweinehaltung in den vergangenen Jahren: So hatte das Oberverwaltungsgerichts Sachsen-Anhalt 2015 geurteilt, dass Sauen in Kastenständen genug Platz brauchen, um sich ungehindert hinlegen und Kopf und Beine ausstrecken zu können. Von den 79 Haltern mit Kastenständen in Sachsen-Anhalt erfüllten im vergangenen Jahr nur 45 diese Richtlinien.

Ein Problem sieht König in der Planungsunsicherheit der Landwirte. So hätte sich zu bestimmten Haltungsmethoden ein Investitionsstau ergeben. «Wir werden nicht umherkommen vorzugeben, wie Nutztierhaltung in zehn und in 15 Jahren aussehen soll», forderte König. Das Land Sachsen-Anhalt habe in seinem Leitbild Landwirtschaft 2030 bereits Ziele formuliert.

In seinem Bericht beschreibt König auch weitere Probleme wie den illegalen Handel mit Welpen, der in den vergangenen Jahren unter anderem durch Online-Plattformen stark zugenommen habe. Positiv habe sich hingegen der umstrittene Transport von Tieren zum Schlachten in Drittländer entwickelt: So wurde 2018 kein einziges Schlachttier aus Sachsen-Anhalt in ein Drittland ausgeführt. Positiv hob König außerdem das Engagement Tierschützer hervor: 70 Tierschutzvereine in Sachsen-Anhalt würden sich etwa in Tierheimen ehrenamtlich engagieren.

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