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Weniger Arbeitslose in Sachsen-Anhalt

29.10.2020 - Bevor Deutschland in den nächsten Corona-Lockdown startet, hat der Arbeitsmarkt noch mal etwas Luft geholt. Es sind zwar mehr Menschen arbeitslos als vor einem Jahr, aber weniger als vor einem Monat. Die Arbeitsagentur warnt vor verfrühtem Optimismus.

  • Blick auf den Eingang von Agentur für Arbeit und Jobcenter. Foto: Jan Woitas/dpa-Zentralbild/dpa/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Blick auf den Eingang von Agentur für Arbeit und Jobcenter. Foto: Jan Woitas/dpa-Zentralbild/dpa/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Vor dem Teil-Lockdown im November hat sich der Arbeitsmarkt in Sachsen-Anhalt weiter erholt. Im Oktober seien 83 500 Menschen arbeitslos gewesen, teile die Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit am Donnerstag in Halle mit. Das waren 2700 weniger also im Vormonat. Die Arbeitslosenquote ging demnach um 0,2 Prozentpunkte auf 7,5 Prozent zurück.

Trotz des erneuten Rückgangs lagen die Zahlen jedoch deutlich über denen des Vorjahresmonats: Im Oktober 2019 waren noch 8600 Menschen weniger arbeitslos gemeldet. Die Arbeitslosenquote stieg seitdem um 0,8 Prozentpunkte. Grund ist die Coronakrise: Laut Arbeitsagentur verloren 15 200 Menschen in Sachsen-Anhalt durch die Pandemie ihre Arbeit. Diese Corona-Effekt mache 1,4 Prozentpunkte der Arbeitslosenquote aus.

Die Arbeitslosigkeit bewege sich wegen der Pandemie insgesamt auf einem höheren Niveau als letztes Jahr, sagte der Geschäftsführer der Regionaldirektion, Markus Behrens. Nicht alle Zahlen seien im Oktober aber schlechter gewesen als vor einem Jahr. So hätten in diesem Monat viel mehr Arbeitslose eine Beschäftigung gefunden als im Vorjahresmonat. «Ein deutliches Zeichen, dass Einstellungen jetzt nachgeholt werden», sagte Behrens. «Trotz dieses positiven Nachholeffekts wird der Arbeitsmarkt in Sachsen-Anhalt Zeit brauchen, auf den Vor-Corona-Stand zurückzukehren.» Das gelte vor allem mit Blick auf die aktuell schnell steigenden Infektionszahlen.

Die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) warnte angesichts der Pandemie vor einer Krise auf dem Ausbildungsmarkt. «Immer mehr Firmen fahren die Ausbildung wegen unsicherer wirtschaftlicher Perspektiven drastisch zurück», sagte IG BAU-Chef Robert Feiger am Donnerstag und forderte die Betriebe auf, weiter auszubilden. «Eine Nachwuchs-Krise kann sich unsere Volkswirtschaft nicht leisten. Auch wenn viele Firmen jetzt große Einbußen zu verkraften haben, wäre ein Sparen an den Azubis ein Sparen am falschen Ende.»

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