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Sachsen-Anhalt führt Ampelsystem zur Corona-Überwachung ein

26.05.2020 - Sachsen-Anhalt will künftig mit einem Ampelsystem und strategischen Tests das Corona-Infektionsgeschehen überwachen. Das kündigte Gesundheitsministerin Petra Grimm-Benne (SPD) am Dienstag in Magdeburg an. Geplant sei ein mehrstufiges Reaktionssystem. Demnach sollen die Gesundheitsbehörden bereits aktiv werden, wenn in einem Kreis oder einer kreisfreien Stadt binnen einer Woche rechnerisch 5 neue Fälle je 100 000 Einwohner auftreten.

  • Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) spricht vor der Presse. Foto: Ronny Hartmann/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) spricht vor der Presse. Foto: Ronny Hartmann/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Steigt dieser Anteil auf mindestens 10 Corona-Infektionen sollen die ersten Eindämmungsmaßnahmen greifen. Je nachdem, ob es sich um einen lokalen Ausbruch handele oder lauter einzelne Menschen betroffen seien, kämen sowohl Schließungen von Betrieben und Einrichtungen als auch großräumige Einschränkungen in Betracht. Dabei solle, abgestimmt mit der betroffenen Kommune, möglichst regional reagiert werden.

Damit will Sachsen-Anhalt deutlich eher eingreifen, als mit Bund und Ländern verabredet. Die gemeinsame Einigung sieht vor, dass regionale Eindämmungsmaßnahmen ergriffen werden, wenn es mehr als 50 akute Infektionen je 100 000 Einwohner pro Woche in einem Landkreis gibt. Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) hatte bereits angekündigt, dass Sachsen-Anhalt eine niedrigere Schwelle ansetzen will.

Die aktuelle Lage im Land soll laut Grimm-Benne durch ein Ampel-System optisch verdeutlicht werden. Dabei soll zum einen die Zahl der Infizierten erfasst werden, ihr Anteil je 100 000 Einwohner sowie die Auslastung der Intensivbetten mit Covid-19-Patienten.

Eine Teststrategie soll helfen, mögliche neue Ausbrüche frühzeitig zu erkennen. Dabei solle der Fokus auf Bereichen liegen, in denen es in den vergangenen Wochen bereits Hotspots gegeben habe. Als Beispiel nannte sie Krankenhäuser und Pflegeheime. Darüber hinaus sollen in Arztpraxen auch Kinder ohne Symptome getestet werden.

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