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Sachsen-Anhalts Schäfer verkaufen weniger Osterlämmer

18.04.2019 - Für viele Schäfer ist das Geschäft mit der Wolle heute ein Nullsummenspiel. Auch die Lammzucht ist rückläufig. Das Hauptgeschäft der Schäfer liegt mittlerweile woanders.

  • Drei Wochen alte Oster-Lämmer stehen mit ihren Mutterschafen in den Schafställen. Foto: Waltraud Grubitzsch/Archiv © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Drei Wochen alte Oster-Lämmer stehen mit ihren Mutterschafen in den Schafställen. Foto: Waltraud Grubitzsch/Archiv © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Halle (dpa/sa) - Das Geschäft mit Osterlämmern in Sachsen-Anhalt ist rückläufig. Die Schäfer verkauften immer weniger Lämmer, sagte Hans-Jörg Rösler, Geschäftsführer des Landesschafzuchtverbands am vergangenen Freitag. Grund dafür sei zum einen die Konkurrenz durch günstigeres Lammfleisch aus dem Ausland, zum anderen der allgemeine Rückgang an Tieren. Laut dem Zuchtleiter gab es vor der Wende noch über 700 000 ausgewachsene Schafe im Land - die meisten für die Wollproduktion. Heute seien es gerade einmal 55 000.

Für die meisten Schäfer in Sachsen-Anhalt sei die Landschaftspflege heute die Haupteinnahmequelle, sagte Rösler. Die Schafe halten etwa auf Deichen oder schwer zugänglichem Gelände den Bewuchs kurz und treten den Boden fest. Der Großteil der staatlichen Förderung werde nach Anzahl der Tiere und Größe der Weidefläche bemessen - ein Grund, warum die Grünpflege rentabler sei.

Allein von der Landschaftspflege könne allerdings kein Schäfer im Land leben, sagte Rösler. In Sachsen-Anhalt werden die meisten Lämmer für die Osterfeiertage produziert. Sie werden im Dezember und im Januar geboren und dann etwa 100 Tage lang gemästet. In Deutschland wird Lammfleisch traditionell am Ostersonntag gegessen.

Auch Michael Zink lebt heute hauptsächlich von der Landschaftspflege. Der Berufsschäfer aus Löbejün (Saalekreis) wandert mit seiner Herde bei Wind und Wetter über steile Hügel und abschüssiges Gelände - überall dort, wo nicht maschinell gemäht werden kann. Während Zinks Hauptverdienst früher der Verkauf von Wolle war, reiche der Erlös daraus heute gerade einmal für den Schafscherer. «Das ist traurig», sagte der 66-Jährige.

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