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Streiks bei Ameos: Konzern wechselt Regionalchef aus

27.01.2020 - Seit Monaten brodelt der Konflikt um die Arbeitsbedingungen in mehreren Krankenhäusern von Ameos. Jetzt wollen die Beschäftigten auf unbestimmte Zeit die Arbeit niederlegen, um ihre Forderungen durchzusetzen. Doch auch der Arbeitgeber reagiert.

  • Krankenschwestern des Ameos-Klinikums stehen vor dem Krankenhaus und streiken. Foto: Klaus-Dietmar Gabbert/dpa-Zenralbild/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Krankenschwestern des Ameos-Klinikums stehen vor dem Krankenhaus und streiken. Foto: Klaus-Dietmar Gabbert/dpa-Zenralbild/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Aschersleben (dpa/sa) - Im Streit um die Arbeitsbedingungen und einen Tarifvertrag bei den Ameos-Kliniken in Sachsen-Anhalt haben die Beschäftigten ihre unbefristeten Streiks begonnen. Zum Auftakt legten bis Montagmittag fast 600 Kolleginnen und Kollegen aus Ärzteschaft und Pflegebereich ihre Arbeit nieder, wie Verdi-Sprecher Bernd Becker sagte. Betroffen sind die Standorte Aschersleben-Staßfurt, Bernburg und Schönebeck (alle Salzlandkreis) sowie Haldensleben in der Börde.

Zudem habe der Ausstand gleich zu Beginn Auswirkungen gehabt, hieß es von Verdi. So gab es etwa in Aschersleben zunächst keine geplanten Operationen. Der Notfallbetrieb sei aber abgesichert, versicherte Becker. Auch Ameos hatte im Vorfeld die medizinische Versorgung an den betroffenen Standorten zugesichert.

Der Konzern ging zum Streikbeginn selbst in die Offensive. So verkündete Ameos am Montag, dass der Regionalgeschäftsführer ausgetauscht wird und widersprach der Kritik der vergangenen Wochen. Der bisherige Regionalgeschäftsführer Ost, Lars Timm, wurde freigestellt. Für ihn übernimmt der Chef für den Ameos-Bereich Nord, Frank-Ulrich Wiener. Die von Timm angestoßenen Diskussionen zu möglichen Krankenhaus-Schließungen entsprächen weder den Zielen von Ameos noch der Unternehmensphilosophie, hieß es.

«Ameos hat in seiner Geschichte noch nie ein Klinikum geschlossen oder veräußert», erklärte das Unternehmen. Vier der sieben Standorte seien bei der Übernahme durch Ameos vor acht Jahren der größte Sanierungsfall in der Geschichte der Bundesrepublik gewesen. Der jährliche Verlust habe mehr als 50 Millionen Euro betragen. «Die von der kommunalen Verwaltung geerbten Verluste konnten zwar bereits reduziert werden, dennoch ist richtig, dass viele Klinika noch nicht kostendeckend arbeiten.»

An den Krankenhäusern schwelt seit Monaten ein Konflikt zwischen Ameos und den Angestellten. Die Gewerkschaften fordern einen Tarifvertrag. Ameos lehnt das bisher ab und sieht in Tariflöhnen eine Gefahr für den Fortbestand der Krankenhäuser. Der neue Regionalchef wollte sich in den nächsten Tagen bei Ameos vorstellen und erste Gespräche führen. Was der Wechsel an der Spitze für den Tarifkonflikt bedeutet, ist offen. Verdi stellte sich nach eigenen Angaben auf bis zu 15 Wochen Arbeitskampf ein. Auch bei der Ärzteschaft sei die Streikbereitschaft hoch, hieß es vom Marburger Bund.

Die Geschehnisse bei Ameos sowie die Insolvenz des kommunalen Burgenlandklinikums im Süden Sachsen-Anhalts sorgten zuletzt für eine Debatte über die Krankenhauslandschaft. Ameos erntete dabei auch von Landespolitikern viel Kritik. Die mit CDU und Grünen regierende SPD beschloss auf einem Parteitag gerade ein Nein zu weiteren Privatisierungen und sprach sich dafür aus, im Zweifel Krankenhäuser zu verstaatlichen, um die medizinische Versorgung zu garantieren.

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