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Touristen aus anderen Bundesländern dürfen wieder einreisen

28.05.2020 - Wochenlang mussten die Hotels im Land schließen, dann durften sie nur Gäste aus Sachsen-Anhalt beherbergen. Nun darf die Branche wieder Urlauber aus ganz Deutschland aufnehmen. Die Tourismus-Zahlen aus dem Frühjahr zeigen, wie nötig sie das haben.

  • Bärbel Schön. Foto: Ronny Hartmann/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Bärbel Schön. Foto: Ronny Hartmann/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Nach einer knapp einwöchigen Testphase mit einheimischen Touristen dürfen die Hotels in Sachsen-Anhalt ab Donnerstag wieder Gäste aus ganz Deutschland beherbergen «Es fährt jetzt langsam alles wieder hoch», sagte die Geschäftsführerin des Tourismusverbands Sachsen-Anhalt, Bärbel Schön. Der Probelauf mit den Gästen aus dem eigenen Land habe gut funktioniert, Hygiene- und Sicherheitskonzepte sich bewährt. Das zeigten auch die nach wie vor niedrigen Infektionszahlen im Land. «Sachsen-Anhalt steht weiterhin fabelhaft da», sagte Schön.

Das Interesse bei den Gästen aus dem Rest von Deutschland scheint groß zu sein - ebenso jedoch auch die Verwirrung über die landesspezifischen Gegenden. Die hätten vor allem bei Urlaubern, die in den Harz fahren wollen, zu Verunsicherung geführt. Zahlreiche Anfragen hätten die Tourismusverband zu den Corona-Regeln in dem Mittelgebirge erreicht, in dessen östlicher Hälfte die Regeln aus Sachsen-Anhalt gelten - in der westlichen aber die aus Niedersachsen.

Das sei zwar «etwas blöd», sagte Christin Wohlgemuth vom Harzer Tourismusverband. Insgesamt würden sich die Touristiker aber natürlich über die Öffnungen in Sachsen-Anhalt freuen. Die meisten Attraktionen in dem Mittelgebirge hätten jetzt wieder auf, sagte Wohlgemuth. Bereits n den vergangenen Tagen habe es einen deutlichen Zulauf an Touristen gegeben, die Nachfrage für das Pfingstwochenende seien sehr gut.

Von einem hohen Interesse an den Zielen in Sachsen-Anhalt berichtet auch der Branchenverband Dehoga. Dehoga-Landespräsident Michael Schmidt berichtet von einer guten, zu Pfingsten sogar sehr guten Buchungslage bei den Hotels im Land. «Und da sprechen wir nicht nur von Kurzurlaub, sondern auch von fünf, sechs oder sieben Tagen.»

Die längeren Buchungszeiträume erklärt sich Schmidt mit der unsicheren Perspektive auf Urlaub im Ausland. «Die Bürger wollen sich nach acht Wochen Lockdown endlich mal wieder eine andere Luft um die Nase wehen lassen», sagte der Hotelier. Statt noch wochenlang auf einen Urlaub in Übersee zu warten, würden die Deutschen dann halt im Inland verreisen.

Und die Touristiker haben das Geschäft mit den Deutschen dringend nötig: Nach Angaben des Statistischen Landesamtes brach die vorherige Erfolgsserie der Tourismuswirtschaft im ersten Quartal dieses Jahres durch die Coronakrise jäh ab. So meldeten die rund 1030 Beherbergungsbetriebe ab zehn Betten von Januar bis März 17 Prozent weniger Gäste und 13,4 Prozent weniger Übernachtungen als im Vorjahreszeitraum. Allein im März gab es in Sachsen-Anhalt 44,5 Prozent Übernachtungen weniger als 2019.

Die Zahl der Gäste brach im März im Vergleich zum Vorjahresmonat um gut die Hälfte (52,6 Prozent) auf 108 600 ein. Von der Krise betroffen seien alle Betriebe der Tourismusbranche, die größten Einbußen an Gästen und Übernachtungen hatten im März dieses Jahres in Sachsen-Anhalt vor allem Ferienzentren und Jugendherbergen, aber auch in Hotels blieben Gäste aus.

Insgesamt waren nach vorläufigen Angaben von Januar bis März dieses Jahres rund 498 500 Menschen zu Gast in Beherbergungsbetrieben des Landes, 13,4 Prozent weniger als Vorjahreszeitraum. Die Zahl der Übernachtungen lag bei 1,27 Millionen. Im Vergleich zum ersten Quartal 2019 waren das rund 102 360 weniger Gäste (-17 Prozent) und 196 200 weniger Übernachtungen (-13,4 Prozent). Die größten Rückgänge gab es von Januar bis März in der Altmark (-20,8 Prozent Gäste; -17,2 Prozent Übernachtungen) sowie im Harz und -vorland (-19,3 Prozent Gäste, -16,2 Prozent Übernachtungen).

Schwierig wird es laut Schmidt auch für die Kneipen im Land, die ab Donnerstag ebenfalls wieder öffnen dürfen. «Die Nachfrage wird da sein, aber wirtschaftliches Arbeiten kaum möglich», schätzt Schmidt. Grund seien die strengen Sicherheits- und Abstandsregeln. Demnach dürfen Kneipiers ihre Gäste nur an Tischen bewirten, zudem muss zwischen den Tischen der Mindestabstand von 1,50 Meter eingehalten werden. In vielen der oft recht kleinen Kneipen im Land könnten dadurch nur wenige Kunden zugleich bedient werden.

Doch Bier ist nicht das einzige flüssige Vergnügen, dem man sich in Sachsen-Anhalt seit Donnerstag wieder zuwenden kann: Auch die Hallen- und Freibäder dürfen nun wieder öffnen. Zu den wenigen, die das bereits am ersten möglichen Tag taten zählte das Strandbad am Barleber See in Magdeburg. «Sehr ruhig» sei der verspätete Saisonstart verlaufen, berichtete Nils Wübbenhorst am Donnerstag.

In den vergangenen Tagen haben seine Kollegen und er Hygiene-Hinweise ausgehängt und Fußbodenmarkierungen angebracht. 3000 Gäste dürften gemäß der Corona-Regeln in das Naturbad. Mitarbeiter einer Sicherheitsfirma stehen am Eingang und zählen - wenn die 3000 erreicht sind, müssen sie das Bad sperren. Danach sah es am Donnerstag allerdings nicht aus: Erst gegen Mittag kamen die ersten Badegäste.

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