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Uni Magdeburg forscht mit Millionenhilfe zu Mobilität

03.07.2019 - Wie wäre es, wenn Autofahrer in Halle schon wüssten, wann die Ampel in ein paar hundert Metern grün wird? Oder wenn ein Fahrrad ganz allein angedüst kommt, wenn der Magdeburger eins ruft? Die Uni Magdeburg forscht an der Umsetzung der Ideen - und hat weitere.

  • Sachsen-Anhalts Verkehrsminister Thomas Webel (CDU). Foto: Hendrik Schmidt/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Sachsen-Anhalts Verkehrsminister Thomas Webel (CDU). Foto: Hendrik Schmidt/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Magdeburg (dpa/sa) - Mehrere Forscherteams der Uni Magdeburg wollen mit millionenschwerer Unterstützung der Europäischen Union intelligente Mobilitätsideen auf Sachsen-Anhalts Straßen testen. Die Spanne reicht von fahrerlosen Kleinbussen, die im Südharz erprobt werden sollen bis hin zu ins Autocockpit funkenden Ampeln in Halle und selbstfahrenden Lastenfahrrädern in Magdeburg.

Verkehrsminister Thomas Webel (CDU) übergab am Mittwoch vier Schecks für verschiedene Vorhaben in Höhe von 6,5 Millionen Euro. Sachsen-Anhalt werde zum Vorreiter bei der wissenschaftlichen Erprobung von Mobilitätslösungen für die Zukunft, sagte der CDU-Politiker. «Politik kann viele Vorgaben machen, aber erfüllen kann sie nur die Forschung.» Doch was genau wird erforscht?

Das meiste Geld gibt es für die Idee, Fahrräder auf Zuruf selbstständig durch Magdeburg fahren zu lassen, um ihre Nutzer einzusammeln. Vor dem Bahnhof steht kein Taxi und nach Hause ist es ein Stück? Ein Knopfdruck auf einer Handy-App, ein verfügbares Rad meldet, wann es da sein kann und rollt los. Das ist die Vision. Für 4,2 Millionen Euro will ein zehnköpfiges Team um Junior-Professor Stephan Schmidt an der Umsetzung tüfteln. «Das ist weltweit ziemlich einmalig, was wir hier machen», sagte er.

Schmidt ist seit zwei Jahren an der Idee dran. Es gibt auch schon ein selbstfahrendes Fahrrad, der Stabilität wegen mit drei statt zwei Rädern. Allerdings ist es für den Einsatz auf Werkgeländen von Unternehmen ausgelegt. Ende dieses Jahres sollen altmodisch mit strampelnden Fahrern besetzte Lastenräder durch Magdeburg rollen - und Daten über Radwege, Ampeln und Schilder sammeln. Die Forscher müssen berechnen, wie viele Fahrräder gebraucht werden, wo sie stationiert sein müssen, wie schnell sie fahren - und wie gut sie Fußgängern ausweichen können. Drei Jahre Zeit haben sie dafür.

«Etwas größer als ein Lastenfahrrad» sei das, was sein Team auf die Strecke bringen wolle, schloss Uni-Professor Hartmut Zadek an. Sein Team plant, im nächsten Sommer einen autonom fahrenden Kleinbus über eine Teststrecke in Stolberg im Südharz rollen lassen. Wenn die Versorgung mit festen Fahrplänen und echten Busfahrern auf den Dörfern unwirtschaftlicher werde, könnten selbstfahrende Shuttles eine Lösung sein, sagte Zadek. Sie könnten auf ebenfalls auf Zuruf per App angefordert werden.

400 000 Euro Förderung gibt es für das Projekt. Nach ersten Schätzungen rechnen die Forscher damit, dass Sachsen-Anhalt einen Bedarf für 150 solcher Shuttles haben könnte - davon auch je zehn in Magdeburg, Halle und Dessau-Roßlau. Für einen Test in Magdeburg wollen die Forscher zeitnah einen weiteren Förderantrag einreichen.

Ständiges Anfahren und Bremsen nervt nicht nur Autofahrer im täglichen Stadtverkehr - es treibt auch den Ausstoß von klimaschädlichem Kohlendioxid und gesundheitsschädlichen Stickoxiden sowie Feinstaub nach oben. Halle gehört bundesweit zu den Städten mit der schlechtesten Luft. Ein Projekt der Magdeburger Uni namens «Talk to me» will den Ausstoß senken, in dem der Verkehr flüssiger wird. Die Idee: Die Autofahrer wissen eher, ob die nächste Ampel grün ist - oder wann sie grün wird. Dafür sollen die Ampeln so umgerüstet werden, dass sie ihre aktuelle Farbe direkt auf die Displays in den Autos funken - und auch, wann sie auf eine andere Farbe umschalten.

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