Viele Lehrerstellen ohne Bewerber: Agenturen sollen helfen

30.03.2021 Sachsen-Anhalt sucht Lehrkräfte zum neuen Schuljahr und viele Stellen bleiben ohne Bewerber. Erstmals wurden Agenturen eingeschaltet. Es ist aber noch nicht klar, wieviel das bringt.

Ein leerer Klassenraum. Foto: Sina Schuldt/dpa/dpa-tmn/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Auf die Ausschreibung von 1000 Stellen für Lehrkräfte sind laut Bildungsministerium zahlreiche Bewerbungen von insgesamt 787 Bewerberinnen und Bewerbern eingegangen. Für 331 Stellen habe es keinen Bewerber gegeben, teilte das Ministerium auf Nachfrage in Magdeburg mit. Diese Stellen seien direkt im Anschluss an die Bewerbungsfrist am 14. März erneut ausgeschrieben worden. Inzwischen lägen 65 Bewerbungen vor.

Mit den Ausschreibungen sucht das Land zum neuen Schuljahr 1000 neue Lehrerinnen und Lehrer in allen Schulformen. Inzwischen seien mehr als 700 Angebote verschickt worden, hieß es weiter. Etwa 250 positive Rückmeldungen der Bewerber lägen schon vor. Diese Zahl ändere sich täglich.

Für die Ausschreibungsrunde von Mitte Februar bis März wurden laut Ministerium erstmals Agenturen eingeschaltet, die gezielt nach Lehrkräften aus dem Ausland sowie Seiteneinsteigerinnen und Seiteneinsteigern suchen. Derzeit seien auf diesem Weg etwa 100 Bewerberinnen und Bewerber ins Spiel gekommen. Teilweise müssten Abschlüsse über die Kultusministerkonferenz überprüft werden. Rund 40 Prozent der Bewerberinnen und Bewerber kämen aus dem Ausland.

Das Ministerium betonte, das Projekt mit den Agenturen sei langfristig angedacht. In einem ersten Schritt sei die Resonanz sehr positiv und vor allem für das Land risikoarm. Kosten für die Agenturen entstünden lediglich, wenn es zu Vertragsabschlüssen beziehungsweise zur Aufnahme der Lehrtätigkeit komme.

Die großen Ausschreibungsrunden ergänzen laut dem Ministerium die Dauerausschreibungen, die zu Beginn und zur Mitte eines jeden Monats veröffentlicht werden.

Ein Expertenbericht sieht den Angaben zufolge einen Einstellungsbedarf von 620 Lehrkräften, um altersbedingt ausscheidende Lehrkräfte zu ersetzen. Allerdings sei dieser Wert eher als untere Grenze zu betrachten. Es verließen über die altersbedingten Abgänge hinaus auch Lehrkräfte das System. «Die Erfahrungen der vergangenen Jahre zeigen, das ein durchschnittlicher Bedarf von ca. 1000 Lehrkräften besteht», teilte das Ministerium weiter mit.

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