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Weniger Regionalzüge in Sachsen-Anhalt

31.03.2020 - Wer kann, soll im Homeoffice arbeiten und möglichst viel zu Hause bleiben, um die Ausbreitung des neuartigen Coronavirus zu verlangsamen. Doch manch einer muss weiter mit der Bahn zur Arbeit oder wichtigen Terminen fahren - und sich auf Änderungen einstellen.

  • Ein Hinweis auf verspätete und ausgefallene Züge steht auf einer Informationstafel der Bahn. Foto: Lino Mirgeler/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Ein Hinweis auf verspätete und ausgefallene Züge steht auf einer Informationstafel der Bahn. Foto: Lino Mirgeler/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Monatelang haben viele Pendler auf die Freigabe der direkten Pendlerstrecke Magdeburg-Halle gewartet, jetzt fällt der Startschuss mitten in der Corona-Krise: Nach neun Monaten Sperrung und Bauarbeiten soll der Bahnknoten Köthen am Mittwoch wieder ans Netz gehen, wie eine Bahnsprecherin ankündigte. Sachsen-Anhalt, die Deutsche Bahn und Abellio nutzen jedoch die damit verbundenen Fahrplanänderungen dazu, gleichzeitig den Nah- und Regionalverkehr deutlich auszudünnen, um ungeplante Zugausfälle durch die Corona-Pandemie zu verhindern.

Vom 1. April an sollen die Züge im Nah- und Regionalverkehr in der Regel halb so oft fahren wie bisher, wie das Verkehrsministerium mitteilte. Das heißt beispielsweise, dass es Verbindungen, die bisher stündlich angeboten werden, alle zwei Stunden gibt. Auf Strecken, auf denen sonst jede halbe Stunde eine Bahn fährt, fährt sie stündlich. Mit den Einschnitten solle ein stabiles Angebot ermöglicht werden.

Die Bahn empfiehlt, sich vor geplanten Zugfahrten im Internet oder an den Bahnhöfen über die neuen Fahrpläne und Abfahrtszeiten zu informieren. Alle Änderungen seien in der Online-Auskunft hinterlegt, sagte eine Bahnsprecherin. Einschränkungen gibt es schon seit mehr als einer Woche. So bediene Abellio die Strecke Halberstadt-Blankenburg im Kreis Harz bereits seit dem 23. März regelmäßig mit Ersatzbussen, wie ein Unternehmenssprecher sagte. Zudem fielen schon viele Fahrten zwischen Naumburg und Erfurt aus.

Der ausgedünnte Fahrplan solle helfen, alle dann noch geplanten Fahrten auch anbieten zu können. Bisher gebe es zwar kaum zusätzliche Personalsorgen durch die Ausbreitung des neuartigen Coronavirus, hieß es von Abellio. «Wir müssen aber davon ausgehen, dass mehr Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf behördliche Anweisung in Quarantäne bleiben müssen oder sich anstecken», so der Sprecher. Zudem mache sich bemerkbar, dass Beschäftigte wegen geschlossener Schulen und Kitas ihre Kinder derzeit zuhause betreuten.

Der Fernverkehr ist von der geplanten Ausdünnung bisher nicht betroffen. Das heißt, wer weiterhin auf Bahnfahrten angewiesen ist, kann nach der Inbetriebnahme des Bahnhofs Köthen zwischen Magdeburg und Halle wieder schneller und öfter direkt ans Ziel kommen. Von Mittwochmorgen an sollen die Züge die Stadt in Anhalt-Bitterfeld wieder anfahren statt sie weiträumig zu umfahren.

Auf der wichtigen Strecke Hannover-Magdeburg-Halle-Leipzig fahren die Intercity-Züge dann wieder stündlich je Richtung. In den vergangenen neun Monaten war vor allem Halle vom stündlichen IC-Verkehr abgekoppelt, da es nicht an der Umleitungsstrecke über Dessau-Roßlau und Bitterfeld-Wolfen lag. Der Intercity fuhr die Saalestadt nur alle zwei Stunden an. Im Gegenzug fallen nach der Wiederinbetriebnahme von Köthen die zusätzlichen Halte in Dessau und Bitterfeld weg.

Die Sperrung des Bahnhofs Köthen hatte sich fast vier Monate länger hingezogen als geplant. Grund dafür waren vorher nicht erkannte Probleme mit dem Baugrund. Die Bahn versprach, diese Bauverzögerungen genau auszuwerten. «Das darf uns nicht noch einmal passieren», hatte Wolfgang Merz im Februar angekündigt, der bei der Deutschen Bahn in Leipzig für Vertrieb und Fahrplan zuständig ist.

Im Nah- und Regionalverkehr sollen trotz des zusammengestrichenen Fahrplans möglichst auf allen Strecken weiterhin Züge fahren, wie das Verkehrsministerium im Vorfeld ankündigte. Wie lange der ausgedünnte Fahrplan gelten soll, steht noch nicht fest. Weitere Anpassungen an die Krisenlage seien möglich, hieß es.

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