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Wer soll werben?: Debatte um Sachsen-Anhalt-Tourismus

07.08.2019 - Das touristische Zugpferd Harz, das Reformationsjubiläum, 100 Jahre Bauhaus und viel Verborgenes - Sachsen-Anhalt kann seinen Gästen viel bieten. Wie macht man es am besten bekannt? Und vor allem: Wer?

  • Der tourismuspolitische Sprecher der CDU-Fraktion in Sachsen-Anhalt, Lars-Jörn Zimmer. Foto: Nestor Bachmann/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Der tourismuspolitische Sprecher der CDU-Fraktion in Sachsen-Anhalt, Lars-Jörn Zimmer. Foto: Nestor Bachmann/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Magdeburg (dpa/sa) - Um dem Tourismus in Sachsen-Anhalt mehr Schub zu verleihen, will die CDU-Landtagsfraktion auf neue Strukturen setzen. Sie fordert ein zentrales Kompetenzzentrum für den Tourismus in Sachsen-Anhalt. Dieser «Kümmerer» solle das touristische Marketing und die Entwicklung einer Tourismusstrategie übernehmen, sagte der tourismuspolitische Sprecher der Fraktion, Lars-Jörn Zimmer, am Mittwoch in Magdeburg. Bislang sei die Investitions- und Marketinggesellschaft (IMG) dafür zuständig, Tourismus wirke dort aber eher wie ein «Fremdkörper».

Ein Sprecher des für Tourismus zuständigen Wirtschaftsministeriums entgegnete, man sehe keinen Bedarf für strukturelle Änderungen. Er verwies auf den Koalitionsvertrag von CDU, SPD und Grünen, dem zufolge die IMG als touristische Vermarktungsorganisation gestärkt und fortentwickelt werden soll.

Die Tourismuswirtschaft habe sich in den vergangenen Jahren hervorragend entwickelt. Die im Masterplan 2020 gesetzte Zielmarke von acht Millionen Übernachtungen im Jahr sei schon 2017 und 2018 erreicht worden. In den vergangenen fünf Jahren sei die Branche sowohl im ostdeutschen Vergleich als auch im Vergleich mit den westdeutschen Flächenländern überdurchschnittlich gewachsen.

Zimmer, der auch Vorsitzender des Landestourismusverbandes ist, sieht hingegen vieles brachliegen. Als Beispiele nannte er den Gesundheitstourismus, für den es keinen aktuellen Angebotskatalog gebe. Auch Landurlaub und Urlaub auf dem Bauernhof verbunden mit kulinarischen Angeboten sieht er zu wenig vermarktet.

Aus Zimmers Sicht wären die Aufgaben beim Landestourismusverband gut aufgehoben. Er sei über seine Organisation bestens in die Regionen vernetzt, erkenne Trends und könne potenzielle Touristen gut ansprechen. Es müsse zudem eine Zielgebietsstrategie für das Jahr 2030 aufgestellt werden mit klaren wirtschaftlichen Aufgaben und Jahresplänen für die Umsetzung samt Schwerpunkten für Investitionen. Aus seiner Sicht sollte sich die IMG auf die Investorensuche konzentrieren.

Der tourismuspolitische Sprecher der Grünen im Landtag, Olaf Meister, erklärte: «Die Tourismuswirtschaft im Land braucht keine Strukturdebatten, sondern konkrete Projekte für ihre Fortentwicklung. Gerade nach den Jubiläen mit größerer Strahlkraft besteht die Herausforderung nun darin, unsere bestehenden Kultur- und Naturlandschaften gut zu vermarkten.»

Die SPD-Fraktion warnte ebenfalls vor «überflüssigen Strukturdebatten». Die wirtschaftliche Entwicklung im Bereich Tourismus sei gut, es gebe aber große Herausforderungen. So sollten die vielen Gäste, die erstmals im Lutherjahr 2017 ins Land gekommen seien, weiter für Reisen hierher gewonnen und die Übernachtungszahlen gesteigert werden.

Zum Hintergrund seiner Forderungen sagte Tourismus-Experte Zimmer, die touristische Entwicklung in Sachsen-Anhalt bleibe hinter dem bundesweiten Schnitt zurück. Im Land hatte es 2018 rund 1,2 Prozent mehr Übernachtungen gegeben als im Jahr zuvor, bundesweit lag die Steigerung bei etwa 4 Prozent.

Das Wirtschaftsministerium räumte ein, dass bei der Vermarktung Sachsen-Anhalts im Ausland noch viel zu tun ist. Nach einem Plus im Jahr 2017 zum Reformationsjubiläum habe es eine rückläufige Entwicklung bei Ankünften und Übernachtungen ausländischer Gäste gegeben. 2018 lag das Minus bei 12,5 Prozent, im laufenden Jahr seien es minus vier Prozent bei den Übernachtungen. Für den Landeshaushalt 2020/21 habe das Ministerium 1,2 Millionen Euro zusätzlich vorgesehen, die die IMG für das gezielte Auslandsmarketing einsetzen soll.

Aktuell laufen den Angaben zufolge die Vorbereitungen zur Fortschreibung des Masterplans Tourismus. Das Gesamtkonzept für Sachsen-Anhalt solle bis Juni 2020 erarbeitet werden. Darin sollen die Ziele bis 2027 definiert werden.

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