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Zuckerhersteller rechnen mit durchwachsener Ernte

23.09.2019 - In Sachsen-Anhalt rollen die ersten Rübenlaster. Voriges Jahr vermieste der fehlende Regen die Erntebilanz. Wird es dieses Jahr besser?

  • Ein Rübenroder lädt frisch geerntete Zuckerrüben auf einen Berg ab. Foto: Philipp Schulze/Archiv © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Ein Rübenroder lädt frisch geerntete Zuckerrüben auf einen Berg ab. Foto: Philipp Schulze/Archiv © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Wanzleben-Börde (dpa/sa) - In Sachsen-Anhalt hat die Ernte der Zuckerrüben begonnen. Landwirte und Zuckerproduzenten rechnen mit einem durchwachsenen Ergebnis. «Die Ernte fällt regional sehr unterschiedlich aus», sagte der Vorsitzende der Rodegemeinschaft aus Gerbstedt in Mansfeld-Südharz, René Linke. Er spricht für 33 Rübenbauern, die sich zusammengeschlossen haben. «Während in einem Betrieb die Rüben eine normale Größe haben, sind sie im nächsten völlig verkümmert.» Vielerorts habe es einfach zu wenig geregnet. Für eine Gesamtprognose sei es noch zu früh, so Linke.

Ähnlich äußerte sich auch der Direktor der Nordzucker-Fabrik in Klein Wanzleben (Bördekreis), Udo Harten. Ernsthafte Prognosen seien erst Ende Oktober möglich. Derzeit rechne er jedoch damit, dass die Ernte etwas besser ausfalle als im Trockensommer 2018.

Nordzucker will am Mittwoch mit der Rübenernte beginnen. Südzucker startete damit bereits vorigen Donnerstag, wie das Unternehmen mitteilte. Der dritte Produzent im Land, Pfeifer und Langen in Könnern im Salzlandkreis, will am 30. September die Erntemaschinen anwerfen.

Nach anhaltender Trockenheit im vorigen Jahr brachte auch der diesjährige Sommer vielerorts zu wenig Regen. Erste Proben bei Nordzucker ergaben dann auch, dass das Wachstum vieler Rüben bisher nicht ausreicht. «Wir haben zwar Zuckerwerte von über 20 Prozent, aber die Rüben sind eingetrocknet», fasste Fabrikdirektor Harten zusammen. «Wir nennen das Rosineneffekt. Die Rübe gaukelt uns den hohen Gehalt vor.»

Große Sorge bereitet den Zuckerbauern der gesunkene Grundwasserspiegel. Die Rübe als typischer Tiefwurzler kann Wasser aus der Tiefe holen. Allerdings ist vielerorts der Grundwasserspiegel zu weit abgesunken. Und der letzte heftige Landregen in Gerbstedt hat gerade dafür gesorgt, dass das Wasser acht Zentimeter tief in den Boden drang. Darunter ist es staubtrocken.

Für die Fabriken, die die Rüben zu Zucker verarbeiten, ist die Situation angespannt. Mit Zahlen sind die Verantwortlichen zurückhaltend. Südzucker hat allerdings bereits angekündigt, nach der Saison zwei Fabriken in Deutschland zu schließen. Darunter die in Brottewitz, die letzte in Brandenburg. Davon dürfte kurzfristig der Südzucker-Standort in Zeitz profitieren.

Nordzucker will in Deutschland zunächst keine Fabriken schließen. «In Deutschland reagieren wir nicht», sagte Harten. «In Schweden legen wir zwei Fabriken zusammen.»

Für den Rübenmarkt galt lange eine Quote, um das Angebot zu regulieren. Vor zwei Jahren viel sie weg. Die Ernte im ersten Jahr nach der Zuckerquote war gut, was für sinkende Preise sorgte. Im Jahr 2018 fiel die Kampagne bei den Rüben wegen der Trockenheit so schlecht aus, dass es trotz großer Anbauflächen an der Menge fehlte. Die Fabrik in Klein Wanzleben habe sich ihre Rüben für das kommende Jahr bereits vertraglich gesichert, so Direktor Harten.

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