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2020 zeitweise fast jeder fünfte Beschäftigte in Kurzarbeit

22.01.2021 - Kurzarbeit soll Arbeitnehmer vor Jobverlust bewahren und Unternehmen Luft verschaffen. Jetzt vorgelegte Zahlen zeigen, wie groß die Nachfrage nach diesem Arbeitsmarktinstrument in Thüringen im letzten Jahr war.

  • Eine Ampel warnt Autofahrer vor kreuzenden Fußgänger auf dem Weg zur Agentur für Arbeit. Foto: Jan Woitas/ZB/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Eine Ampel warnt Autofahrer vor kreuzenden Fußgänger auf dem Weg zur Agentur für Arbeit. Foto: Jan Woitas/ZB/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Im vergangenen Jahr war zeitweise fast jeder fünfte Beschäftigte in Thüringen von Kurzarbeit betroffen. Im April etwa hätten gut 17 300 Betriebe Kurzarbeitergeld für insgesamt rund 144 000 Beschäftigte abgerechnet, teilte die Regionaldirektion Sachsen-Anhalt-Thüringen der Bundesagentur für Arbeit am Freitag in Halle mit. Das habe 18,1 Prozent aller sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten im Land entsprochen.

Im Mai rechneten den Angaben zufolge rund 15 360 Betriebe für etwa 141 000 Mitarbeiter Kurzarbeitergeld ab, im Juni noch etwa 12 000 Betriebe für 108 000 Personen. Für die Folgemonate liegen noch keine Zahlen vor.

Insgesamt hätten die Arbeitsagenturen in Thüringen im Jahr 2020 über 406 Millionen Euro an konjunkturellem Kurzarbeitergeld und Sozialversicherungsbeiträgen an Unternehmen ausgezahlt. «Die Kurzarbeit hat ganz wesentlich dazu beigetragen, einen deutlicheren Anstieg der Arbeitslosigkeit zu verhindern», erklärte der Geschäftsführer der Regionaldirektion, Markus Behrens.

Behrens rechnet auch für das erste Halbjahr 2021 mit weiterhin vergleichsweise hohen Kurzarbeiterzahlen in den Branchen, die vom Lockdown betroffen sind. Von einer Erholung könne erst ausgegangen werden, wenn das Pandemiegeschehen unter Kontrolle sei.

Bevor Unternehmen ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter tatsächlich in Kurzarbeit schicken, reichen sie bei den Arbeitsagenturen eine entsprechende Anzeige ein - die Zahlen sind deutlich höher als die tatsächlich realisierte Kurzarbeit.

Der Regionaldirektion zufolge gingen im Jahr 2020 knapp 31 000 solcher Anzeigen für rund 347 000 Beschäftigte auf konjunkturelles Kurzarbeitergeld ein. Zum Vergleich: 2019 gab es nur 650 Anzeigen für 12 977 Beschäftigte und selbst im Krisenjahr 2009 waren es nur rund 5300 für etwas über 113 000 Menschen.

Die meisten Anzeigen gab es in Thüringen im vergangenen Jahr im Handel (5566), im Verarbeitenden Gewerbe (4247) und im Gastgewerbe (4244) gegeben, aber auch im Bereich «sonstige Dienstleistungen und private Haushalte» (3270) sowie dem Baugewerbe (3436).

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