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475 Haftbefehle vollstreckt: Widerstand und Fluchtversuche

22.11.2019 - Drei Tage lang haben hunderte Beamte nach Menschen gesucht, gegen die offene Haftbefehle vorlagen. Viele wurden festgenommen. Doch es gab auch knifflige Fälle.

  • Handschellen werden einem Mann angelegt. Foto: Jens Wolf/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Handschellen werden einem Mann angelegt. Foto: Jens Wolf/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Erfurt (dpa/th) - Bei einer landesweiten Aktion hat die Thüringer Polizei in den vergangenen drei Tagen 475 offene Haftbefehle gegen Männer und Frauen vollstreckt. Dadurch wurden zwischen Dienstag und Donnerstag 117 Menschen in Thüringer Gefängnisse gebracht, sagte Innenminister Georg Maier (SPD) am Freitag in Erfurt. Eine weitere Person wurde in ein Haftkrankenhaus eingeliefert.

Viele andere, gegen die offene Haftbefehle vorlagen, zahlten ausstehende Geldforderungen und entgingen damit dem Gefängnis. Nach Angaben des zuständigen Polizeiführers, Dirk Löther, lagen teilweise mehrere offene Haftbefehle gegen manche der Gesuchten vor.

Die Aktion war nach Polizeiangaben einer der größten Einsätze der Beamten in der jüngeren Vergangenheit. Die Bereitschaftspolizei, das Landeskriminalamt, die Autobahnpolizei sowie alle Landespolizeiinspektionen waren beteiligt - mehr als 1400 Beamte waren im Einsatz. Damit hätten mehr als 20 Prozent der Vollzugsbeamten der Landespolizei eine Woche lange «nichts anders gemacht als gefahndet, unter Zurückstellung aller anderen Aufgaben», sagte Löther. Die Aktion wurde auch mit der Bundespolizei und dem Zoll abgestimmt.

In zwei Fällen gab es bei der Festnahme Widerstand gegen die Polizisten, erklärten Maier und Löther. Mehrere Gesuchte wollten fliehen. In einem Fall hatte ein Gesuchter bereits ein Schlupfloch vorbereitet, über das er auf das Dach eines Hauses floh. Dort konnte er dann aber festgenommen werden.

Die Gründe für die Haftbefehle seien laut Maier vielfältig. Sie reichen von Schwarzfahren über offene Unterhaltszahlungen, Diebstahl, Körperverletzung und Raub bis zur politisch motivierten Kriminalität. Insgesamt wurden den Angaben nach im Zuge der Aktion auch 17 Haftbefehle gegen 15 Menschen mit einem rechtsextremen Hintergrund vollstreckt. Maier sagte, mit der Aktion habe die Polizei nicht nur die Zahl der in Thüringen offenen Haftbefehle deutlich senken wollen. Am Beginn der Aktion habe ihre Zahl bei etwa 1200 gelegen. Die Aktion habe auch das Sicherheitsgefühl der Menschen im Freistaat stärken sollen.

Trotz des großen Aufwandes für die Landespolizei soll eine solche konzentrierte Fahndung in der Zukunft wiederholt werden. Jedoch sei es unmöglich, alle in Thüringen offenen Haftbefehle zu vollstrecken, weil ihre Zahl ständig schwanke und ständig neue Haftbefehle dazu kämen, sagte Maier.

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