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Althaus: «Bescheuert, naiv oder bewusst kalkuliert»

08.02.2020 - Erfurt (dpa/th) - Thüringens Ex-Ministerpräsident Dieter Althaus (CDU) hat nach der umstrittenen Ministerpräsidentenwahl Parteikollegen harsch angegangen. «Die Thüringer Unionsfraktion ist für mich bescheuert, naiv oder hat bewusst kalkuliert», schrieb Althaus am Mittwoch in einer E-Mail an einen Thüringer CDU-Abgeordneten, aus der verschiedene Medien zitierten.

  • Dieter Althaus (CDU), ehemaliger Ministerpräsident von Thüringen. Foto: Monika Skolimowska/dpa-Zentralbild/ZB/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Dieter Althaus (CDU), ehemaliger Ministerpräsident von Thüringen. Foto: Monika Skolimowska/dpa-Zentralbild/ZB/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

«Höcke hatte mit seinem Kandidaten die Leimrute ausgelegt und die Unionsfraktion ist drauf gegangen», schrieb Althaus demnach weiter. Er habe noch am Sonntag vor der Ministerpräsidentenwahl in einer Telefonkonferenz mit dem Präsidium der CDU Thüringen klar gesagt, was passiert und dies auch schriftlich der Landesgeschäftsführerin geschickt. «Das ist absolut politischer Dilettantismus und brandgefährlich», hieß es weiter in dem Schreiben.

CDU-Abgeordnete hatten am Mittwoch gemeinsam mit denen von AfD und FDP im Thüringer Landtag überraschend mit einer Stimme Mehrheit in einem dritten Wahlgang den Liberalen Thomas Kemmerich zum Ministerpräsidenten und damit Bodo Ramelow (Linke) aus dem Amt gewählt. Es folgte ein Sturm der Entrüstung und ein Beben, das auch im politischen Berlin noch spürbar ist.

Am Donnerstag hatte Kemmerich zwar seinen Rücktritt angekündigt, verwies am Freitag aber auf formelle Gründe, die einen sofortigen Rückzug schwierig machten. Sein Rücktritt würde den Weg für eine erneute Wahl des Ministerpräsidenten vom Landtag frei machen. Noch ist unklar, wie es weiter geht.

Auch andere CDU-Politiker hatten im Vorfeld der Wahl bereits ihre Bedenken geäußert und auf den möglichen Ausgang hingewiesen.

Althaus war 2003 Bernhard Vogel (CDU) als Ministerpräsident Thüringens gefolgt. 2009 trat er nach heftigen Verlusten seiner Partei bei der Landtagswahl zurück. Das Amt übernahm dann bis 2014 Christine Lieberknecht. Auf sie folgte Bodo Ramelow als deutschlandweit erster Ministerpräsidenten der Linken.

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