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Architekten sehen Defizite beim barrierefreien Bauen

13.10.2020 - Thüringen ist beim Wohnungsbau nach Einschätzung von Architekten unzureichend auf die besonderen Bedürfnisse älterer und körperlich beeinträchtigter Menschen eingestellt. «Beim generationengerechten Bauen gibt es vor allem im ländlichen Raum einen großen Nachholbedarf», sagte der Vizepräsident der Landesarchitektenkammer, Frieder Kreß, am Dienstag in Apolda. «Dort lebt aber ein Großteil der über 65-Jährigen.» Es mangele aber oft an Konzepten zur barrierefreien Nachrüstung von oft schon vor Jahrzehnten errichteten Häusern. Hausbesitzern seien die Vorteile barrierefreien Bauens zudem oft nicht bewusst. In Apolda verständigten sich rund 100 Teilnehmer einer Fachtagung über das Bauen für alle Generationen.

  • Ein Rollstuhlfahrer steht in seinem Rollstuhl an einer Treppe. Foto: dpa/Archiv © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Ein Rollstuhlfahrer steht in seinem Rollstuhl an einer Treppe. Foto: dpa/Archiv © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Vorreiter dabei sind nach Beobachtung der Kammer die kommunalen Wohnungsbaugesellschaften und -genossenschaften. Diese achteten etwa auf Rampen für Rollstühle und Kinderwagen, Hebelifte und entsprechend breite Türen, sagte Kreß. Auch in Städten mit viel Zuzug, etwa Erfurt oder Jena, tue sich einiges, weil bei Neubauten gewisse barrierefreie Standards Pflicht seien. Dem Landesbeauftragten für Menschen mit Behinderung, Joachim Leibiger, gehen diese allerdings nicht weit genug. Er wünsche sich ähnlich strenge gesetzliche Regelungen für barrierefreie Bauten wie beim Brandschutz.

Problem etwa beim nachträglichen Einbau von Fahrstühlen seien oft die baulichen Voraussetzungen, erläuterte Kreß. Für die Mieter bedeute ein Lifteinbau zudem erhöhte Betriebskosten. «Das Leben mit einem Aufzug ist auch Luxus.» Bauherren von Eigenheimen riet er, Barrierefreiheit frühzeitig einzukalkulieren. «Sie realisieren den Bedarf meist erst dann, wenn zum Beispiel nach einem Schlaganfall Umbauten nötig sind.»

Nach Prognosen des Statistischen Landesamtes wird im Jahr 2037 ein Drittel der in Thüringen lebenden Menschen 65 Jahre und älter sein.

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