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Archive in Thüringen sammeln Dokumente aus Corona-Zeit

22.04.2020 - Die Corona-Krise ist so außergewöhnlich, dass sich auch Historiker damit befassen werden. Archive in Thüringer Städten rufen die Bürger dazu auf, Dokumente einzureichen - und gemeinsam Geschichte zu schreiben.

  • Eine Schülerin der 5. Klasse eines Gymnasiums mit einem Lernplan für den Heimunterricht. Foto: Marijan Murat/dpa/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Eine Schülerin der 5. Klasse eines Gymnasiums mit einem Lernplan für den Heimunterricht. Foto: Marijan Murat/dpa/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Das Jenaer Stadtmuseum und die Stadtarchive in Erfurt und Gotha haben die Bürger dazu aufgerufen, Dokumente und Objekte mit Bezug zur Corona-Krise bei ihnen einzureichen. Die Zeugnisse sollen dokumentieren, wie die Menschen die aktuelle Situation wahrnehmen und später als mögliches Quellenmaterial für historische Forschungen zur Verfügung stehen.

In Jena rief das Stadtmuseum am Mittwoch dazu auf, Exponate per Mail zu schicken oder persönlich abzugeben. Beispiele könnten selbst genähte Mund-Nase-Bedeckungen, Tagebucheinträge, Fotos oder Videos sein, hieß es. Es zeichne sich ab, dass die Corona-Epidemie ein einschneidendes Ereignis in der Stadtgeschichte bilden werde, sagte Ulf Häder, Direktor der Städtischen Museen. «Es gehört zu den Aufgaben des Museums, dies mit geeigneten Exponaten für künftige Generationen zu dokumentieren».

Die Stadtverwaltung Gotha teilte mit, das Archiv der Stadt hebe offizielle Dokumente wie Anordnungen und Verwaltungsakten auf. Doch diese bildeten die Alltagserfahrungen nur bedingt ab. Das Archiv sei an den «subjektiven Eindrücken der Gothaerinnen und Gothaer» interessiert - und damit auf die Hilfe der Bürger angewiesen. Das Archiv sammle unter anderem persönliche Notizen, Essays, Gedichte, Zeichnungen und Fotos. Es wäre schön, wenn sich ein breiter Teil der Bevölkerung beteilige, «um gemeinsam ein Stück Gothaer Geschichte zu bewahren», hofft die Stadt.

Auch in Erfurt wird gesammelt: Das dortige Stadtarchiv legt den Fokus allerdings auf einen bestimmten Aspekt der Krisenerfahrung, nämlich den Heimunterricht wegen der geschlossenen Schulen. Gesucht wird nach Fotos und Berichten von Familien, deren Kinder wegen der Corona-Krise zu Hause für die Schule lernen müssen.

Geplant ist in der Landeshauptstadt den Angaben nach eine Bildergalerie im Internet. Die Fotos und Erzählungen sollen zudem dauerhaft ins Archiv aufgenommen werden. Das «Homeschooling» sei für Eltern eine echte Herausforderung, hieß es in der Mitteilung der Stadt Erfurt. «Helfen Sie mit, eine Vorstellung von dieser Ausnahmesituation in die Zukunft zu überliefern!»

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