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Batteriefertigung lockt weiteren Investor nach Thüringen

22.01.2020 - Licht und Schatten liegen in der Thüringer Automobilindustrie derzeit dicht beieinander. Die wichtigste Industriebranche des Landes steht vor einem Strukturwandel, den einige Firmen auch als Chance sehen.

  • Ein Symbol eines Elektroautos markiert einen Parkplatz neben einer E-Ladesäule. Foto: Julian Stratenschulte/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Ein Symbol eines Elektroautos markiert einen Parkplatz neben einer E-Ladesäule. Foto: Julian Stratenschulte/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Erfurt (dpa/th) - Der Trend zur Elektromobilität sorgt für eine weitere Investition in Thüringen. Die baden-württembergische Firma Marquardt Services kündigte am Mittwoch in Erfurt den Bau einer Produktionsstätte für Steuerungssysteme von Fahrzeugbatterien an. Es handle sich um ein Projekt im hohen zweistelligen Millionenbereich deutlich über 50 Millionen Euro, sagte der Vorsitzende der Geschäftsführung, Harald Marquardt. Letztlich hänge der Ausbau der Fertigung aber von der Entwicklung der Elektromobilität ab.

Bei der Standortentscheidung für Thüringen habe auch eine Rolle gespielt, dass der chinesische CATL-Konzern bei Arnstadt derzeit ein großes Werk für Batteriezellen errichtet, so Marquardt. «CATL war wichtig, aber nicht entscheidend.»

Das mittelständische Unternehmen mit Stammsitz in Rietheim-Weilheim unterhält bei Arnstadt bereits eine Fertigung für die Innenraumelektronik von Autos. Dort seien derzeit 25 Mitarbeiter beschäftigt, künftig sollen es 180 Arbeitsplätze sein. Im Bereich Batteriesteuerungen seien weitere 100 neue Jobs geplant. Die Fläche des Standorts würde um mehr als das Dreifache vergrößert. Zudem habe sich das Unternehmen ebenfalls in Thüringens größerem Gewerbegebiet «Erfurter Kreuz» ein 15 Hektar großes Areal reserviert, das gekauft werden soll. «Wir kommen mit einem großen Auftrag in der Tasche, sagte der Firmenchef.

Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) bezeichnete die Investitionsentscheidung als ein Signal dafür, dass Thüringen den Strukturwandel in der Automobilindustrie meistern könne. Während des bei klassischen Antrieben zu Stellenabbau kommen werde, würden im Bereich Interieur, Elektronik und Batterien neue Arbeitsplätze entstehen. «Die Automobilindustrie ist Thüringens industrieller Rückhalt», sagte Tiefensee.

Die Marquardt-Gruppe beschäftigt nach eigenen Angaben an 20 Standorten in 13 Ländern mehr als 11 000 Arbeitnehmer. Der Jahresumsatz liege bei 1,3 Milliarden Euro. Das Produktionsspektrum reiche von elektronischen Fahrzeugschlüsseln bis zu digitalen Schaltern und Bedienelementen.

Trotz der Probleme mit dem Wandel hin zur Elektromobilität investieren die Autoindustrie und ihre Zulieferer kräftig. Die Investitionen in diesem und dem vergangenen Jahr summieren sich nach Angaben der Branchenvereinigung «automotive thüringen» auf fast 442 Millionen Euro.

Nach Angaben der Landesarbeitsagentur sind 2,4 Prozent der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Thüringen direkt in diesem Industriebereich beschäftigt.

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