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Bauhaus-Jubiläum beschert Museen rund 4,2 Millionen Besucher

27.02.2020 - Wenn schon einige Pläne für eine neue Kulturstruktur in Thüringen durch die Regierungskrise erst einmal auf Eis zu liegen scheinen, baut der Museumsverband eben selbst ein neues Landesmuseum auf. Ein Besuch soll per Mausklick möglich sein.

  • Illustration einer virtuellen Tastatur. Foto: Sebastian Gollnow/dpa/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Illustration einer virtuellen Tastatur. Foto: Sebastian Gollnow/dpa/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Weimar (dpa/th) - Die Gründung Thüringens vor 100 Jahren nimmt der Thüringer Museumsverband zum Anlass für den Aufbau eines virtuellen Landesmuseums. Dafür sollen 100 Exponate aus den Mitgliedshäusern in der zweiten Jahreshälfte in einer gemeinsamen Sonderausstellung im Internet präsentiert werden, sagte Verbandspräsident Thomas Müller am Donnerstag in Weimar. «Es geht uns darum, spannende Geschichten über Thüringen und seine einstigen Bewohnerinnen und Bewohner zu erzählen», so Müller.

Als virtueller Präsentationsort solle das schon vorhandene Thüringer Kultur- und Wissensportal «Kulthura» genutzt werden. Zu prüfen sei, ob ein solches virtuelles Landesmuseum als Aushängeschild für die gesamte Thüringer Museumslandschaft auch über die Sonderausstellung hinaus möglich sei.

Daneben sieht Müller vor allem in der Provenienzforschung große Aufgaben auf den Verband und seine Mitglieder zu kommen. Insbesondere kleinere Häuser stünden vor einer echten Herausforderung, wenn es darum gehe, zu prüfen, welche Objekte etwa möglicherweise als NS-Raubgut in die Sammlungen kamen. Müller hofft, in diesem Jahr ein entsprechendes Förderprogramm zunächst für vier kleinere Häuser bewilligt zu bekommen.

Aktuell zählt der Verband rund 230 Mitglieder. Da aber etwa nicht alle von ihnen Rückmeldungen über ihre Gäste geben, ist es laut Verband schwierig, einen ordentlichen Vergleich von Besucherzahlen über mehrere Jahre hinweg durchzuführen. Nach den vom Verband erfassten Zahlen sind im vergangenen Jahr mehr als 4,2 Millionen Besucher in die Einrichtungen der Mitglieder gekommen.

«Natürlich waren es oft Themen, die mit dem Bauhaus-Jahr verknüpft waren, die besonders viele Besucher angezogen haben», sagte Vizepräsidentin Uta Bretschneider. Entsprechend verzeichnete vor allem die Klassik Stiftung Weimar, die auch das Bauhaus-Erbe in der Gründungsstadt der Architektur- und Designschule betreut, 2019 einen großen Zulauf mit rund 990 000 Gästen. Ein Jahr zuvor lag die Besucherzahl dort bei etwas mehr als 496 000.

2018 hatte es insgesamt einen starken Einschnitt mit nur rund 3,6 Millionen Gästen gegeben. Vor allem auch der heiße Sommer habe Menschen wenig Lust auf Museumsbesuche gemacht, hieß es. «Die Leute wollten sich gar nicht mehr bewegen», so Bretschneider.

Auch die anhaltende Erfurter Regierungskrise spielt derweil eine Rolle bei für den Verband relevanten Projekten. So sei Müller nach eigenen Angaben etwa nicht klar, wie der Stand der Dinge bei den Plänen für ein Thüringer Landesmuseum auf dem Erfurter Petersberg sei. Auch in noch vor der Ministerpräsidentenwahl angestoßene Themen wie eine mögliche Untersuchung von Museumsbeständen auf Objekte, die aus dem kolonialen Erbe Deutschlands stammen, sei noch keine wahrnehmbare Bewegung gekommen.

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