Baumarktbetreiber drängen auf Öffnung auch in Thüringen

08.03.2021 Betreiber von Baumärkten in Thüringen haben mit Blick auf Öffnungen in Nachbarbundesländern gefordert, auch im Freistaat Kunden wieder die Türen öffnen zu dürfen. «Wollen wir wirklich, dass die Thüringerinnen und Thüringer ab heute Ausflugsfahrten zu unseren Nachbarn unternehmen, um ihren Bedarf an Baustoffen und Baumarktartikeln zu decken?», fragte Raphael Brönner, Geschäftsführer eines Baustoff-Centers in Arnstadt in einer Mitteilung von Montag. Rund zehn weitere Thüringer Baumarktbetreiber kritisieren darin wie er die Pläne der Landesregierung, ab 15. März lediglich Termin-Shopping mit Anmeldung in Baumärkten zuzulassen.

Kunden stehen mit Einkaufswagen in einem Baumarkt in einer Schlange vor den Kassen an. Foto: Sven Hoppe/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

«Die Gartencenter dürfen ab heute wieder öffnen. Aber wenn der Kunde im gleichen Markt eine Schraube kaufen will, dann setzt ein hoch bürokratischer Akt ein», so Brönner. Das verstehe niemand.

Ähnliche Kritik hatte am Wochenende bereits die Thüringer CDU-Fraktion geäußert. Einkaufstourismus in die Nachbarländer sollte verhindert werden, indem die hiesigen Baumärkte ebenfalls komplett öffnen dürften. Seit Montag dürfen in vielen an Thüringen grenzende Bundesländer die Bürger wieder Holz, Rohre und andere Bau- und Heimwerkartikel in den Fachmärkten kaufen.

Der alleinige Blick auf Inzidenzwerte dürfe nicht länger die Entscheidungen treiben, sagte der Fraktionsvorsitzende der FDP im Thüringer Landtag, Thomas Kemmerich, laut Mitteilung von Montag. Es sei nicht länger vermittelbar, dass Fachgeschäfte geschlossen bleiben müssen, während sich in Discountern die Menschen drängelten. «Warum gibt es in Supermärkten auch Textilien und Heimelektronik zu kaufen, während Boutiquen und Elektromärkte keine Kunden empfangen dürfen? Warum ist es Baumärkten erlaubt, Blumen zu verkaufen, nicht aber Nägel und Farben?», fragte Kemmerich.

Thüringen ist mit deutlichem Abstand seit längerer Zeit das am stärksten von der Pandemie betroffene Bundesland. Am Montag betrug die Zahl der Neuinfektionen je 100 000 Einwohner innerhalb der vergangenen sieben Tagen 135 und war damit über die vergangenen Tage weiter gestiegen.

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