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Bereits Schulkinder leiden unter psychischen Problemen

17.12.2019 - Manchmal leiden bereits Schulkinder unter Depressionen oder Angststörungen. In welchem Ausmaß Ärzte diese Diagnose bei Kindern und Teenagern in Thüringen stellen, hat eine Krankenkasse auch in Thüringen untersucht.

  • Ein Grundschulkind auf dem Weg ins Klassenzimmer. Foto: Christian Charisius/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Ein Grundschulkind auf dem Weg ins Klassenzimmer. Foto: Christian Charisius/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Erfurt (dpa/th) - Etwa 5500 Kinder und Jugendliche im Alter zwischen 10 und 17 Jahren in Thüringen leiden nach einer Kassenstudie unter Angststörungen oder Depressionen. Mädchen seien davon mehr als doppelt so häufig betroffen wie Jungen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie im Auftrag der DAK-Krankenkasse unter ihren Versicherten. Für ihren Kinder- und Jugendreport hat die Kasse nach eigenen Angaben auch die Abrechnungsdaten von mehr als 17 000 Minderjährigen in Thüringen von der Universität Bielefeld untersuchen lassen.

Danach diagnostizierten Ärzte bei knapp zwei Prozent der Mädchen und Jungen dieser Altersgruppe eine depressive Episode - die sich unter anderem in Niedergeschlagenheit, Traurigkeit und Interessenverlust zeige. Von ihnen seien im Jahr 2017 etwa 6,5 Prozent stationär behandelt worden. Bei schweren depressiven Episoden ziehen sich Betroffene stark zurück. Kinder und Teenager schaffen es dann kaum noch, in die Schule zu gehen. In 2,3 Prozent der Fälle spielt eine Angststörung eine Rolle.

Insgesamt kam die Kassenstudie zu dem Ergebnis, dass jedes vierte Schulkind im Freistaat psychische Auffälligkeiten zeigt - von einer Erkrankung bis zu Verhaltensstörungen. Solche Hochrechnungen sind unter Experten jedoch umstritten, da Krankenkassen unterschiedliche Versichertenstrukturen haben.

Kinder- und Jugendärzte gehen von einer hohen Dunkelziffer bei Kindern mit Depressionen aus. Es gebe viele Kinder, die an Depressionen litten und erst spät in die Praxen kämen. Der Landeschef der DAK-Gesundheit, Marcus Kaiser, erklärte, psychische Erkrankungen bei Kindern und Jugendlichen würden noch immer tabuisiert. «Wir möchten sensibilisieren.»

Laut Untersuchung tragen Kinder mit einer chronischen körperlichen Erkrankung ein bis zu 4,5-fach höheres Depressionsrisiko. Gefährdeter als andere Mädchen und Jungen seien auch Kinder psychisch kranker Eltern, eine depressive Störung zu entwickeln. Dauer, Intensität und Symptome einer Depression können aber sehr unterschiedlich sein. Unbehandelt können schwere Episoden im schlimmsten Fall bis zu Suizidgedanken führen.

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