Diese Seite benötigt Javascript! Bitte aktivieren Sie Javascript für eine korrekte Darstellung.

Besser als woanders: Tarifbindung der Metallindustrie steigt

30.05.2019 - Von Tarifflucht ist in einigen Thüringer Branchen die Rede. Laut DGB bekommen nur 43 Prozent der Arbeitnehmer im Land Tariflöhne. Doch das gilt nicht für alle Branchen.

  • Ein Mitglied des Betriebsrates des Siemens-Generatorenwerkes Erfurt zeigt vor dem Werk einen Anstecker der IG Metall "Miteinander für Morgen". Foto: Michael Reichel/Archiv © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Ein Mitglied des Betriebsrates des Siemens-Generatorenwerkes Erfurt zeigt vor dem Werk einen Anstecker der IG Metall "Miteinander für Morgen". Foto: Michael Reichel/Archiv © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Erfurt (dpa/th) - In der Thüringer Metall- und Elektroindustrie steigt nach Angaben der IG Metall die Zahl der Beschäftigten mit Tarifentgelten. Die Entwicklung in der stärksten Industriebranche in Thüringen verlaufe gegen den Trend. «Wir haben eine seit Jahren wieder steigende Tarifbindung», sagte IG Metall Bezirksleiter Jörg Köhlinger auf Anfrage. Die Zahl der Unternehmen, die an Flächen- sowie Anerkennungs- oder Firmentarifverträge gebunden sind, sei von 98 im Jahr 2011 auf jetzt etwa 130 gewachsen.

Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) sieht in anderen Branchen ein wachsendes Problem durch die Flucht von Unternehmen aus den tarifgebundenen Arbeitgeberverbänden. Untersuchungen hätten ergeben, dass branchenübergreifend nur noch 18 Prozent der Thüringer Betriebe tarifgebunden seien.

Damit würden 57 Prozent der Beschäftigten die tariflich ausgehandelten Löhne verwehrt, so der DGB. Die Praxis, dass Arbeitgeber aus den Verbänden austreten, die Tarife schließen, und in nicht tarifgebundene Verbände wechselten, sabotiert nach Meinung des DGB Hessen-Thüringen das System der Sozialpartnerschaft.

Laut IG Metall ist die Zahl der Beschäftigten in der Metall- und Elektroindustrie, für die Tarifvereinbarungen gelten, seit 2011 um mehr als 10 000 auf etwa 37 000 gestiegen. «Es gibt eine stabile Zahl an Mitgliedsunternehmen im Verband der Metall- und Elektroindustrie, die damit an die Flächentarifverträge gebunden sind, sowie inzwischen über 70 einzelbetriebliche Tarifverträge», so Köhlinger.

In den Firmenverträgen werde für mehr als 15 000 Beschäftigte eine schrittweise Angleichung der jeweiligen betrieblichen Regelungen an die der Flächentarifverträge geregelt. Das sei zur Fachkräftegewinnung auch dringend nötig. «Als Billiglohnland hat Thüringen jedenfalls keine Zukunft», erklärt Köhlinger.

Aktuell setzt sich die IG Metall für die Einführung der 35-Stunden-Woche in der ostdeutschen Metallindustrie ein. Sie gilt bereits seit vielen Jahren in Westdeutschland. Im Osten werden laut Tarifvertrag noch 38 Stunden pro Woche gearbeitet.

Die Metallindustrie einschließlich Autozulieferer und Maschinenbau ist der umsatzstärkste Industriebereich in Thüringen. Allein im ersten Quartal beliefen sich seine Umsätze auf rund 3,3 Milliarden Euro.

Schließen

Aus Sicherheitsgründen werden Sie nach 30 Minuten Inaktivität vom System abgemeldet.

Um das zu verhindern, werden Sie bitte vor Ende dieses Zeitraums wieder aktiv.

Nach erfolgtem Logout können Sie sich erneut anmelden.
Aus Sicherheitsgründen wurden Sie nach 30 Minuten Inaktivität vom System abgemeldet. Bitte loggen Sie sich erneut ein.

Homepage aktualisieren