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Corona-Krise belastet Waldbesitzer: «Reserven aufgebraucht»

07.04.2020 - Trockenheiten und Schädlinge wie der Borkenkäfer haben Thüringens Wäldern arg zugesetzt. Nun trübt auch noch die Corona-Krise zusätzlich den Holzverkauf. Die Waldbesitzer schlagen Alarm und fordern einen Rettungsschirm.

  • Durch den Borkenkäfer geschädigte Kiefernstämme liegen im Wald. Foto: Martin Schutt/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Durch den Borkenkäfer geschädigte Kiefernstämme liegen im Wald. Foto: Martin Schutt/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Nach massiven Schäden durch Trockenheit und Schädlinge erleiden Thüringens Waldbesitzer mit der Corona-Krise einen weiteren Rückschlag. In einem Brief an Agrarminister Benjamin-Immanuel Hoff (Linke) fordern sie deswegen einen Rettungsschirm. Die vergangenen zwei Jahre seien «katastrophal» gewesen, schreibt der Präsident des Waldbesitzerverbandes Jörg Göring. «Sämtliche Reserven unseres Sektors sind aufgebraucht, Mitarbeiter und Betriebe erschöpft.»

Wegen riesiger Mengen Schadholz sind die Preise nach Angaben von Experten ohnehin niedrig. Teils würden sie nicht einmal die Kosten der Holzernte decken, erklärte der Vorstand der Landesforstanstalt Volker Gebhardt auf dpa-Anfrage. Nun werde der Markt durch die Corona-Pandemie weiter verunsichert.

«Fakt ist: Corona hat negative Auswirkungen auf die Verarbeiter», sagte Gebhardt. In der Holzindustrie fehlten Beschäftigte wegen Erkrankungen oder Kinderbetreuung. Und etwa bei Paletten- und Verpackungsherstellern sei der Absatz durch den Stillstand weiter Teile der Industrie eingebrochen. Thüringenforst selbst habe zwar langfristige Verträge, werde aber dieses Jahr wohl nicht so viel Holz verkaufen können wie geplant. «Wir fühlen, dass es schlechter wird», erläuterte Gebhardt. Die Situation drücke weiter auf den Preis.

Die heimische Holznachfrage komme in einem ohnehin gesättigten Markt zum Erliegen, konstatiert auch Göring. Die Waldbesitzer bräuchten daher dringend Soforthilfen. Weil viele Privatleute ihren Wald aber nur im Nebenerwerb bewirtschafteten, seien sie von bisherigen Soforthilfen ausgeschlossen. Das müsse sich ändern. Außerdem fordert der Verband eine pauschale Flächenzahlung für Waldbesitzer wie sie Landwirte erhalten. Eine solche Prämie zum Erhalt des Ökosystems Wald könnte helfen, die Schäden aufzuarbeiten und die Wiederaufforstung zu finanzieren, hieß es. Als drittes Element des Rettungsschirms fordert der Verband, dass der Staat Holz kauft und so den Markt stabilisiert.

Denn für den Wald drängt die Zeit. Mit den warmen Frühlingstagen fliegt auch der Borkenkäfer wieder aus. Umso wichtiger sei es, das möglichst viel befallenes Holz zügig aus dem Wald komme, erläuterte Gebhardt. Doch der Abtransport verzögere sich derzeit durch die schwierige Marktlage. Von einem Rückstau in die Wälder ist die Rede - selbst bei schon aufgekauftem Holz. Zudem brauchen die Waldbesitzer demnach die Erlöse aus dem Holzverkauf dringend, um die Aufarbeitung weiterer Schäden durch Borkenkäferbefall zu finanzieren.

Thüringen ist überregional bekannt für seine ausgedehnten Wälder. Rund ein Drittel der Landesfläche ist mit Wald bedeckt. Jeweils gut 40 Prozent davon sind Staatswald oder in Privatbesitz. Zu den weiteren Waldbesitzern gehören Körperschaften wie Kommunen und Kirchen.

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