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Erster Corona-Todesfall: Jena beschließt Ausgangsverbote

21.03.2020 - Die Corona-Krise hat Thüringen immer mehr im Griff. Erstmals gibt es im Land einen bestätigten Todesfall nach einer Infektion mit dem neuartigen Virus. Die betroffene Stadt Jena verordnet zudem als erste kreisfreie Stadt des Bundeslandes Ausgangsbeschränkungen.

  • Medizinischer Mundschutz liegt auf einem Tisch. Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Medizinischer Mundschutz liegt auf einem Tisch. Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

In Thüringen ist erstmals ein Mensch nach einer Infektion mit dem neuartigen Coronavirus gestorben. Bei dem Opfer handelt es sich um einen 83 Jahre alten Mann aus Jena, wie ein Sprecher der Stadtverwaltung am Freitagabend sagte. Er sei gemeinsam mit seiner Frau positiv auf Sars-CoV-2 getestet worden. Das Testergebnis habe nach dessen Tod vorgelegen. Ob die durch das Virus ausgelöste Krankheit Covid-19 die Todesursache war, blieb zunächst unklar. Der Mann habe an Vorerkrankungen gelitten. Über den Zustand der Ehefrau wurde am Freitagabend zunächst nichts bekannt.

Nach Angaben des Sprechers war der Mann zu Hause gestorben, eine Einweisung ins Krankenhaus habe er abgelehnt. Zuvor hatte die «Ostthüringer Zeitung» (Online) berichtet.

Die Stadt Jena verhängte am Abend als erste kreisfreie Stadt des Bundeslandes zudem Ausgangsbeschränkungen. Fortan dürfen die Bürger keine öffentlichen Plätze in Jena mehr betreten. Darunter fallen Straßen, Wege, Gehwege, Plätze, öffentliche Grünflächen, Parkanlagen, Parkplätze und der Stadtwald, wie die Stadt am Freitag auf ihrer Internetseite mitteilte. «Ziel ist die strikte Vermeidung des Zusammentreffens von Menschen in Gruppen. Nur so kann die Ausbreitung des Coronavirus verlangsamt oder eingedämmt werden.»

Ausnahmen soll es aber geben. So soll es weiterhin möglich sein, allein, zu zweit, in der Familie oder mit den Menschen, die in einem Haushalt leben sowie mit Haustieren an die frische Luft zu gehen. «Genauso darf die Wohnung natürlich zum Einkaufen, für den Weg zur Arbeit oder zum Arzt verlassen werden. Wer Menschen pflegt oder ihnen beim Einkauf hilft, darf sich dafür ebenfalls im öffentlichen Raum bewegen», hieß es.

Unklar war am Abend, ob Jena die erste Stadt in Thüringen ist, die ein solches Verbot ausspricht. Er könne nicht ausschließen, dass andere Kommunen im Bundesland bereits ähnlich verfahren, sagte ein Sprecher des Gesundheitsministeriums am Freitagabend.

Mit der Allgemeinverfügung treten in Jena zudem weitere Schließungen von Geschäften und Verbote «einiger nicht akut notwendiger Handwerkerleistungen und Maßnahmen der Physio- und Ergotherapie sowie der Logopädie, die nicht ärztlich verordnet oder zwingend medizinisch notwendig sind, in Kraft». Oberbürgermeister Thomas Nitzsche (FDP) appellierte an die Bürger: «Tragen Sie diese Maßnahmen mit. Sie werden Menschenleben retten.»

In Thüringen waren nach Angaben der Staatskanzlei bis Freitag, 11.00 Uhr, 161 Infektionen mit dem Coronavirus nachgewiesen. 15 Patienten würden derzeit stationär behandelt, drei Infizierte seien seit dem Ausbruch in Thüringen Anfang März wieder genesen.

Im Gespräch mit dem Sender MDR hatte Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) lokale Abriegelungen nicht ausgeschlossen. Landesweite Ausgangssperren sieht er allerdings skeptisch. Zunächst solle weiter das öffentliche Leben heruntergefahren werden. «Ich freue mich über jeden Frühling. Ich freue mich darüber, wenn schönes Wetter ist. Aber im Moment bete ich zum lieben Gott, dass es regnet, dass es den ganzen Tag regnet», sagte Ramelow.

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