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Ex-Feuerwehrmann gesteht Brände: Über 200 000 Euro Schaden

19.11.2019 - Eine Serie von Bränden im ostthüringischen Großenstein hat die Feuerwehr rund ein Jahr lang in Atem gehalten. Dann kam die böse Überraschung: Einer ihrer Kameraden soll die Feuer gelegt haben. Seit Dienstag steht der 22-Jährige nun in Gera vor Gericht.

  • Der Angeklagte (r) wird zum Prozessauftakt wegen Brandstiftung in den Gerichtssaal geführt. Foto: Bodo Schackow/dpa-Zentralbild/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Der Angeklagte (r) wird zum Prozessauftakt wegen Brandstiftung in den Gerichtssaal geführt. Foto: Bodo Schackow/dpa-Zentralbild/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Gera (dpa/th) - Nach einer Brandserie in Großenstein bei Gera hat ein ehemaliger Feuerwehrmann vor Gericht gestanden, die Feuer gelegt zu haben. «Ich war sehr angetrunken und weiß nicht, was mich da geritten hat», sagte der 22-Jährige am Dienstag zum Prozessauftakt am Geraer Landgericht. An den genauen Tatablauf wollte er sich wegen seiner damaligen Trunkenheit nicht mehr erinnern können. Dagegen hatte die Polizei im Vernehmungsprotokoll noch sehr detaillierte Angaben niedergeschrieben. Das sei ihm damals so vorgegeben worden, sagte der Angeklagte nun vor Gericht.

Zwischen Juli 2018 und Juni 2019 hatte in dem 1200-Einwohner-Ort immer wieder die Sirene geheult. Zunächst brannten kleinere Schuppen und Gartenlauben, dieses Jahr stand dann eine mit Heu und Stroh bestückte Lagerhalle einer Agrargenossenschaft in Flammen, außerdem brannte ein Sportlerheim nieder. Der Schaden summiert sich laut Anklage auf mehr als 200 000 Euro, verletzt wurde niemand.

Anfang Juli hatten dann bei dem damaligen Bundeswehrsoldaten die Handschellen geklickt. Die Ermittler seien davon ausgegangen, dass der Brandstifter ortskundig sein müsse, erläuterte Staatsanwalt Martin Zschächner. Zudem hätten Nachbarn des Angeklagten beobachtet, dass er schon startklar für den Einsatz war, als der Alarm losging. Auch brannte es stets am Wochenende, wenn der Mann daheim und nicht in der Kaserne war.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem 22-Jährigen Brandstiftung, versuchte Brandstiftung und Sachbeschädigung vor. Insgesamt soll er elf Mal gezündelt haben. Für Brandstiftung sieht das Gesetz Haftstrafen von einem bis zehn Jahren vor. Allerdings zog sein Anwalt Stephan Rittler in Erwägung, dass er wegen exzessiven Alkoholkonsums nur vermindert schuldfähig war. Wenn er getrunken hatte und allein war, habe er den Drang verspürt, «böse Sachen» zu machen, sagte der Angeklagte dem Gericht. Als Raucher habe er stets ein Feuerzeug bei sich gehabt.

Um die Folgen des Alkoholkonsums besser einschätzen zu können, hat die 3. Strafkammer des Landgerichts einen Rechtsmediziner als Sachverständigen zugezogen. Für den Prozess sind weitere Verhandlungstermine bis Mitte Dezember geplant.

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