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Ex-Feuerwehrmann wegen Brandstiftungen vor Gericht

17.11.2019 - Feuerwehrmänner und -frauen schützen ihre Mitbürger vor Bränden. In Ostthüringen soll jedoch einer ihrer Kameraden selbst mehrfach gezündelt und hohen Schaden angerichtet haben. Dafür muss sich der 22-Jährige vor dem Landgericht Gera verantworten.

  • Ein Beamter betritt das Landgericht Gera. Foto: Bodo Schackow/zb/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Ein Beamter betritt das Landgericht Gera. Foto: Bodo Schackow/zb/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Großenstein/Gera (dpa/th) - Eine Serie von Bränden hat die Feuerwehr in Großenstein bei Gera rund ein Jahr lang in Atem gehalten. Was die Kameraden damals noch nicht wussten: Der Feuerteufel stammte wohl aus ihren eigenen Reihen. Am Dienstag beginnt am Landgericht Gera der Prozess gegen einen 22-Jährigen, der Mitglied der freiwilligen Feuerwehr war. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm Brandstiftung sowie versuchte Brandstiftung und Sachbeschädigung vor.

Laut Anklage soll er zwischen Juni 2018 und Juni 2019 insgesamt elf Mal Feuer gelegt haben. Ziele waren nicht nur Gartenlauben und Schuppen, sondern auch die Lagerhalle eines Agrarunternehmens und ein Sportlerheim. Der Schaden wird auf mehr als 100 000 Euro beziffert, verletzt wurde bei den Bränden niemand.

Gegen den Mann war Anfang Juli Haftbefehl erlassen worden. Nach damaligen Angaben der Polizei hatte er gestanden, für mehrere Feuer in dem Ort im Landkreis Greiz verantwortlich zu sein. Seine Kameraden hatten sich nach Gerichtsangaben zuvor bereits gewundert, dass er häufig als Erster am Brandort war und die Feuer stets am Wochenende ausbrachen - werktags war der junge Mann als Bundeswehrangehöriger nicht vor Ort.

Immer wieder finden sich Berichte, wonach Feuerwehrleute selbst Brände gelegt haben - so wie in Großenstein. Ob sich in den Reihen der Feuerwehr häufiger Brandstifter finden als im Rest der Bevölkerung, ist jedoch unklar. Es sei versucht worden, dem auf den Grund zu gehen, etwa um in der Ausbildung darauf zu reagieren, sagte der Vorsitzende des Thüringer Feuerwehr-Verbandes, Lars Oschmann, der Deutschen Presse-Agentur. Doch hätten sich dazu keine belastbaren Zahlen ergeben, auch bundesweit nicht. Es sei zu vermuten, dass psychische Erkrankungen oder ein besonderes Geltungsbedürfnis - etwa dass sich jemand als Helfer hervortun möchte - eine Rolle spielten.

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