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Freie Schulen fordern mehr Geld: Holter bereit für Gespräche

27.08.2019 - Die Träger der freien Schulen wollen mehr Geld vom Land und legen ein Gutachten zu Schülerkosten vor. Allerdings gibt es Diskussionen über Methodik und Datengrundlage für diese Berechnungen.

  • Helmut Holter (Die Linke), Bildungsminister von Thüringen. Foto: Christoph Soeder/Archiv © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Helmut Holter (Die Linke), Bildungsminister von Thüringen. Foto: Christoph Soeder/Archiv © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Erfurt (dpa/th) - Die freien Schulträger in Thüringen pochen auf höhere Finanzhilfen vom Staat. Sie beziehen sich mit ihrer Forderung auf ein am Dienstag veröffentlichtes Gutachten des Instituts für Strukturpolitik und Wirtschaftsförderung (ISW), das von der Landesarbeitsgemeinschaft der freien Schulträger in Thüringen (LAG) in Auftrag gegeben wurde. Danach liegen die tatsächlichen Kosten pro Schüler deutlich höher als für die Berechnung der Finanzhilfen veranschlagt.

«Die Schulen in freier Trägerschaft sind unterfinanziert. Die Gerechtigkeitslücke zwischen der Finanzierung staatlicher und freier Schulen ist in den letzten Jahren zu groß geworden, eine deutliche Nachbesserung ist notwendig», erklärte der Koordinator der LAG, Marco Eberl.

Nach geltendem Gesetz muss das Land den freien Trägern 80 Prozent der Kosten pro Schüler zahlen, die auch an staatlichen Schulen anfallen. Nach dem ISW-Gutachten liegen die dafür veranschlagten Kosten aber unter den im Gutachten errechneten. Die staatlichen Finanzhilfen würden nur zwischen 49 und 61 Prozent der tatsächlichen Kosten abdecken - statt der vorgeschriebenen 80 Prozent, so der Vorwurf der freien Schulträger. Nach den Berechnungen des ISW kostete ein Schüler an einer staatlichen Schule im Jahr 2017 zwischen 6377 Euro und 42 039 Euro.

Thüringens Bildungsminister Helmut Holter (Linke) wies darauf hin, dass die Freien Schulträger seit 2014 kontinuierlich mehr Geld bekommen haben. Nach Angaben seines Ministeriums stiegen die Ausgaben des Landes für die Finanzhilfen von rund 134 Millionen Euro im Jahr 2014 auf rund 168 Millionen Euro im Jahr 2018. Allerdings stieg in diesem Zeitraum auch die Zahl der gemeldeten Schüler - von rund 23 000 auf rund 27 000.

«Wir nehmen das Gutachten mit Interesse zur Kenntnis und werden es auswerten», sagte Holter. Vor allem wolle man die Methode und die Datengrundlage des Gutachtens diskutieren. Holter kündigte an, dass sich Vertreter der freien Schulträger und des Ministeriums im Herbst nach der Landtagswahl treffen.

Der bildungspolitische Sprecher der SPD-Fraktion im Thüringer Landtag, Thomas Hartung, betonte, dass die freien Schulträger teilweise mit völlig anderen Ausgangsdaten als das Land und auch mit einer neuen Berechnungsmethodik gearbeitet hätten. «Ich kann noch nicht so richtig nachvollziehen, warum das Gutachten sich nicht die neutralen Daten der Bundesstatistik zunutze gemacht, sondern eigene Datenstände entwickelt hat», erklärte Hartung.

Die Grünen-Bildungspolitikerin Astrid Rothe-Beinlich sagte, sie hätte sich ein gemeinsames Gutachten der LAG und des Landes gewünscht. «Nun gilt es, sich die Zahlen genau anzuschauen, diese zu bewerten und daraus notwendige Bedarfe für die künftige Finanzierung abzuleiten», erklärte Rothe-Beinlich.

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