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Gedenken und Aufruf im Netz: 75 Jahre Befreiung Buchenwalds

11.04.2020 - Gedenkveranstaltungen zum 75. Jahrestag der Befreiung der Konzentrationslager Buchenwald und Mittelbau-Dora mussten wegen der Corona-Pandemie abgesagt werden. Nun wird die Erinnerung mit der «Thüringer Erklärung» wach gehalten

  • Das Eingangstor zum KZ Buchenwald. Foto: Mario Gentzel/dpa-Zentralbild/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Das Eingangstor zum KZ Buchenwald. Foto: Mario Gentzel/dpa-Zentralbild/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Vor 75 Jahren, am 11. April 1945, wurden die Konzentrationslager Buchenwald und Mittelbau-Dora befreit. Das Erinnern an die Ereignisse hat nun wegen der Corona-Krise anders als geplant ausfallen müssen. Mit der «Thüringer Erklärung» erinnern KZ-Überlebende nun an die historische Verantwortung in Deutschland. «Menschenrechte, Demokratie und Freiheit sind trotz der Erfahrung des Nationalsozialismus leider keineswegs selbstverständlich. Sie müssen immer wieder neu verteidigt werden. Dafür treten wir ein», heißt es in der am Samstag im Internet veröffentlichten Erklärung.

Die Überlebenden verfassten sie gemeinsam unter anderen mit Vertretern der Thüringer Landesregierung und der Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora.

«Alle Menschen guten Willens sind eingeladen, sich dieser Erklärung anzuschließen und damit auch ein Zeichen zu setzen gegen diejenigen, die vom Nationalsozialismus als "Vogelschiss" sprechen oder eine radikale Kehrtwende der Erinnerungskultur fordern», teilte die Stiftung mit. Zu den Erstunterzeichnern gehören die Überlebenden Éva Fahidi-Pusztai, Naftali Fürst und Ivan Ivanji sowie Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) und Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU).

Für Fahidi-Pusztai und Ivanji unterzeichnete Weimars Oberbürgermeister Peter Kleine (parteilos) am Samstag zudem Ehrenbürgerurkunden der Stadt.

Eine große Gedenkfeier, zu der auch KZ-Überlebende hätten kommen sollen, sowie andere Veranstaltungen in Erinnerung an die Befreiung mussten mit Blick auf die Corona-Pandemie abgesagt werden. Ramelow kündigte an, dass die Gedenkveranstaltungen nachgeholt werden sollen. «Das Andenken an die Verfolgten aus ganz Europa und die Würdigung ihres Leidens und Sterbens ist und bleibt zentraler Auftrag des Landes Thüringen», so Ramelow. «Wir bleiben den Menschen verbunden, denen Buchenwald und Mittelbau-Dora zum furchtbaren Schicksal wurde.»

«Leider können wir zum 75. Jahrestag der Befreiung nicht vor Ort zusammenkommen, um an die Toten und den großen Schmerz der Überlebenden zu erinnern», teilte auch Landtagspräsidentin Birgit Keller (Linke) im Vorfeld bereits mit. «Umso entschiedener stellen wir uns allen entgegen, die die Verbrechen und den Terror der Nationalsozialisten mit Schweigen überdecken, relativieren oder gar leugnen wollen.»

US-Streitkräfte hatten am 11. April 1945 das bei Weimar gelegene KZ Buchenwald und das bei Nordhausen gelegene KZ Mittelbau-Dora befreit. Die Nazis hielten in Buchenwald mehr als eine halbe Million Menschen aus etwa 50 Nationen gefangen. Etwa 56 000 Menschen wurden in Buchenwald und seinen Außenlagern ermordet oder sie überlebten Hunger und Krankheiten nicht. Im KZ Mittelbau-Dora wurden rund 60 000 Häftlinge dazu gezwungen, in unterirdischen Stollen Raketen zu bauen. Mindestens 20 000 von ihnen starben.

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