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IG Metall Mitte will Konjunkturpaket mit Autokaufprämie

29.05.2020 - Die Corona-Krise trifft die Metall- und Elektroindustrie hart. Die IG Metall fürchtet, dass ohne Autokaufprämie Jobs ganz wegfallen könnten. Vor den Beratungen über ein Konjunkturpaket erhöht die Gewerkschaft den Druck auf die Bundesregierung.

  • Das Logo der IG Metall. Foto: Daniel Karmann/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Das Logo der IG Metall. Foto: Daniel Karmann/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Die IG Metall fordert in der Corona-Krise ein Konjunkturpaket mit Autokaufprämie. Die ohnehin angespannte Situation der Metall- und Elektroindustrie werde durch die Pandemiefolgen verschärft, sagte Jörg Köhlinger, Leiter des Bezirks Mitte, am Freitag im hessischen Volkswagen-Werk in Baunatal: «Wir finden uns in einer ganz entscheidenden Situation wieder.» Entweder schaffe man es, aus dem Tief herauszukommen oder man falle zurück. Im Gewerkschaftsbezirk arbeiteten derzeit 300 000 Beschäftigte kurz oder seien von Kurzarbeit bedroht. Besonders Automobil- und Zulieferfirmen, Maschinenbau und Stahlindustrie seien betroffen.

Der IG Metall-Bezirk Mitte umfasst Hessen, Rheinland-Pfalz, Saarland und Thüringen. 260 0000 seien hier in der Automobil- und Zulieferindustrie beschäftigt, inklusive angrenzender Branchen gehe es um zwei Millionen Jobs. Laut der Gewerkschaft sollte eine Kaufprämie für Autos - moderne Verbrenner und alternative Antriebe - daher Teil des Konjunkturpakets sein, mit dem sich die Bundesregierung am Dienstag befassen will.

Eine solche Prämie müsse auch einen Eigenanteil der Hersteller, eine Sicherung der Beschäftigung und einen Beitrag zur sozial-ökologischen Transformation der Wirtschaft leisten. Als Summe nannte Köhlinger 3000 Euro plus 3000 Euro von Herstellerseite. Der Gewerkschafter kritisierte mangelnde politische Unterstützung für eine Kaufprämie - er nannte dabei ausdrücklich die hessische Landesregierung.

Wie die Situation in den Unternehmen aussieht, zeigten Gewerkschaft und Volkswagen-Betriebsrat am Beispiel des VW-Werks in Baunatal. 5000 der 16 500 Mitarbeiter sind nach dem Shutdown wieder an ihren Arbeitsplätzen. Diese haben sich allerdings verändert: Im Bereich E-Traktion - der Antriebsfertigung für die Modelle E-Golf und e-Up - arbeiten verteilt über mehrere Schichten wieder 200 Personen, etwa zwei Drittel der früheren Besetzung. Die produzierte Stückzahl liege bei 80 Prozent des Normalwertes.

Laut Volkswagen wurde jeder Arbeitsplatz auf Hygienebedingungen untersucht. Bei Engstellen und Treppen gelten Einbahnregelungen, Spuckschutzwände wurden installiert, die Zahl der Personen an Arbeitsplätzen reduziert. Briefings im Getriebebau finden nur in kleinen Teams statt - mit Abstandsmarkierung am Boden. Eine Maskenpflicht gebe es nur, wenn Mindestabstände zu anderen Personen nicht eingehalten werden könnten. Eine Neuinfektion im Werk sei bisher nicht nachgewiesen worden.

«Wenn sich jemand mit Corona ansteckt, dann nicht hier an der Arbeit», sagte Carsten Bätzold, Betriebsratsvorsitzender im VW-Werk Baunatal. Sorgen bereitet ihm der Nachfrageeinbruch, es herrsche eine «dramatische Situation». Opfer der Rezession könnten in den nächsten Monaten mehrere Hundert Jobs von Leiharbeitern und befristet Beschäftigten werden. Bätzold forderte einen «deutlichen Konjunkturimpuls, damit die Wirtschaft wieder Fahrt aufnehmen kann und die Beschäftigten eine Perspektive bei Volkswagen und am Standort haben».

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