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Gewerkschaften uneins über Zulagen für Lehrer auf dem Land

04.02.2020 - In einigen Bundesländern bekommen Lehrer Zulagen, wenn sie sich verpflichten, an einer Schule auf dem Land zu unterrichten. Dort ist der Mangel an Lehrern besonders groß. Auch Linke, SPD und Grüne können sich so etwas vorstellen. Doch der Teufel steckt oft im Detail.

  • Eine Lehrerin schreibt in einer Schule Rechenaufgaben an eine Tafel. Foto: Julian Stratenschulte/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Eine Lehrerin schreibt in einer Schule Rechenaufgaben an eine Tafel. Foto: Julian Stratenschulte/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Erfurt (dpa/th) - Im Kampf gegen Unterrichtsausfall hält der Thüringer Lehrerverband (tlv) Zulagen für Lehrer an ländlichen Schulen für ungeeignet. «Wir halten das nicht für den richtigen Weg», sagte tlv-Vorsitzender Rolf Busch der Deutschen Presse-Agentur. Sein Eindruck sei, dass die Schwierigkeit nicht darin liege, genügend Lehrer dazu zu bewegen, an ländlichen Schulen zu unterrichten. «Das Problem ist eher, dass sich jemand, der gern in einer Region bleiben möchte, sich nur beim Schulamt und nicht direkt bei der jeweiligen Schule bewerben kann», sagte Busch.

Im Regierungsvertrag von Linke, SPD und Grüne für eine geplante rot-rot-grüne Minderheitsregierung heißt es, Thüringen müsse im Wettbewerb mit den ostdeutschen Nachbarländern mithalten - vor allem bei den angebotenen Beschäftigungsbedingungen, «einschließlich des Vorbereitungsdiensts und der Möglichkeit von Zuschlägen für Regionen mit besonderen Bedarfslagen».

In einigen Bundesländern gibt es solche Zuschläge bereits. In Sachsen zum Beispiel bekommen Lehrer-Anwärter einen Bonus von 1000 Euro monatlich, wenn sie sich verpflichten, nach dem Referendariat fünf Jahre lang auf dem Land zu unterrichten. Sachsen-Anhalt gibt seit 2018 Zulagen für Stellen, die mehrfach nicht besetzt werden konnten.

Die Thüringer Gewerkschaft für Erziehung und Wissenschaft (GEW) lehnt solche Anreize, um Lehrer in ländliche Regionen zu locken, nicht generell ab, sieht aber auch Probleme. «Eine Zulage für den ländlichen Raum kann Anreize schaffen, um in weniger attraktiven Schulstandorten Nachwuchs zu bringen», heißt es von der Thüringer GEW. Wie hoch eine solche Zulage sein müsste, ob sie befristet gezahlt werden sollte und wie mit Lehrern umgegangen werden soll, die schon länger an ländlichen Schulen arbeiten, sei aber bislang nicht geklärt. «Die GEW Thüringen begrüßt insgesamt die Suche nach Maßnahmen, den Lehrernachwuchs in Thüringen zu halten und alle Schule entsprechend ihres Bedarfs auszustatten», erklärte Thüringens GEW-Chefin Kathrin Vitzthum.

Sowohl tlv als auch GEW finden die Formulierungen im Regierungsvertrag von Linke, SPD und Grüne zu unkonkret. Es fehlten Zahlen und Zeiträume, moniert die GEW. Zugleich begrüßten die beiden Gewerkschaften das Vorhaben, Grundschullehrer in Zukunft genauso zu bezahlen wie die Lehrer an Gymnasien und Regelschulen.

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