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Goethe-Archiv-Chef will im Ruhestand in «Literatur baden»

05.01.2020 - Noch bis Ende Mai leitet Bernhard Fischer das älteste Literaturarchiv Deutschlands. Dann geht er in den Ruhestand und macht den Posten im Goethe- und Schiller-Archiv für Nachfolger frei. Vom geschriebenen Wort hat Fischer aber lange nicht genug.

  • Besucher betrachten Handschriften. Foto: Martin Schutt/zb/dpa/Archiv © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Besucher betrachten Handschriften. Foto: Martin Schutt/zb/dpa/Archiv © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Weimar (dpa/th) - Nach mehr als einem Jahrzehnt geht der bisherige Direktor des Goethe- und Schiller-Archivs in Weimar, Bernhard Fischer, Ende Mai in Ruhestand. Das teilte die zuständige Klassik Stiftung auf dpa-Anfrage mit. Fischer leitete seit 2007 das Archiv, zu dem auch zum Weltkulturerbe zählende Arbeiten Goethes gehören. Aktuell laufe die Ausschreibung für die Suche nach einem Nachfolger, hieß es. Die Stelle solle zum 1. Juni besetzt werden.

Der 1956 geborene Fischer studierte Deutsche Philologie, Kunstgeschichte und Philosophie in Bonn und promovierte zum Schriftsteller Thomas Bernhard. Bevor er den Posten in Weimar übernahm, leitete er das Cotta-Archiv im Deutschen Literaturarchiv Marbach. Seit 2011 ist er auch Vorstandsvorsitzender der Deutschen Schillerstiftung. Auch diesen Posten möchte er im Laufe des Jahres für jüngere Nachfolger räumen, sagte Fischer.

In seine Zeit als Archivleiter in Weimar fiel auch die mehrere Millionen Euro teure Grundsanierung des ältesten Literaturarchivs Deutschlands. «Wir haben vieles neu gemacht und auch neu gebaut, wie das Magazingeschoss oder auch den Lesesaal. Wir sind auf dem technisch neusten Stand und haben ein Zeichen für die Zukunft gesetzt», sagte Fischer.

Zu den Höhepunkten in seiner Zeit an der Archivspitze zählt Fischer das Projekt «Propyläen». Auf der Forschungsplattform werden Tagebücher, Briefe und mehr Originaldokumente Goethes digital präsentiert. Aber auch der Druck der vom Archiv erarbeiteten historisch-kritischen Ausgaben der Goethe-Dokumente sei ein Riesenprojekt gewesen.

«Wir konnten uns auch über sehr große Anschaffungserfolge freuen», sagte Fischer. Viele Unterstützer ermöglichten es, eine ganze Reihe von Handschriften nicht nur aus dem Goethe-Bereich zu erwerben. Zuletzt habe das Archiv etwa Handschriften und Fotografien des Philosophen Friedrich Nietzsches erhalten.

Den Ruhestand wolle er zunächst zum Durchschnaufen nutzen, sagte Fischer. «Ich will auch endlich einmal dazukommen, etwas zu lesen. Im Archiv bin ich zwar ständig von Handschriften umgeben, aber die schöne Literatur aus der Goethe-Zeit ist mir etwas durchgerutscht.» Die frei werdende Zeit wolle er nutzen, um in Literatur zu baden.

Das Archiv gilt als Schatzkammer deutscher Literatur. Es verwahrt mehr als 150 Nachlässe von Schriftstellern, Denkern, Komponisten und anderen. Auch der Nachlass von Friedrich Schiller gehört dazu. Der handschriftliche Nachlass von Johann Wolfgang von Goethe bildet den Kern. Die Unesco nahm seine Arbeiten ins Weltdokumentenerbe auf. Großherzogin Sophie von Sachsen-Weimar-Eisenach ließ das Archiv bauen, das 1896 eröffnet wurde.

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