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Hälfte der Corona-Infizierten in Neustadt ohne Antikörper

24.08.2020 - Ist jemand, der Covid-19 überstanden hat, immun gegen das Virus? Diese Frage beschäftigt weltweit viele Forscher. Auch eine Studie im kleinen Neustadt am Rennsteig will zu Erkenntnissen beitragen.

  • Eine Frau wird auf das Coronavirus untersucht. Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa/dpa-tmn/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Eine Frau wird auf das Coronavirus untersucht. Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa/dpa-tmn/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Eine Studie zum Corona-Geschehen im Thüringer-Wald-Ort Neustadt am Rennsteig wirft Fragen zur Immunität von Covid-19-Erkrankten nach deren Genesung auf. Schon sechs Wochen nach den positiven Tests auf das Sars-CoV-2-Virus seien bei der Hälfte der in die Studie einbezogenen Infizierten keine Antikörper gegen den Erreger nachweisbar gewesen, teilte das Universitätsklinikum Jena am Montag mit.

«Entweder wurden die Antikörper nicht gebildet oder sie sind innerhalb von sechs Wochen schon verloren gegangen», sagte Studienleiter Mathias Pletz, der Direktor des Instituts für Infektionsmedizin und Krankenhaushygiene. Das Nichtvorhandensein nach einem so kurzen Zeitraum sei auch im Vergleich zu anderen ähnlich gelagerten Studien überraschend.

Die Studie des Uniklinikums in dem knapp 900 Einwohner zählenden Ort, der Ende März wegen gehäufter Corona-Fälle für zwei Wochen komplett abgeriegelt worden war, läuft seit Mai. Nach dem Ende der Quarantäne waren laut Klinikum 49 Corona-Infektionen bekannt. Davon seien 38 Infizierte in die Studie einbezogen worden, sagte Pletz. Von ihnen wiesen 20 nach sechs Wochen keine Antikörper auf.

Für die Studie waren nach früheren Angaben der Einrichtung 626 Einwohner getestet worden, wobei die Wissenschaftler um Pletz mit sechs verschiedenen Tests nach Antikörpern gesucht hatten. Während der Quarantäne hatte das Gesundheitsamt des Ilm-Kreises zudem alle Einwohner des Ortes per Abstrich auf das Sars-CoV-2-Virus getestet. Anfang Juli hatte das Uniklinikum mitgeteilt, dass in dem Ort keine Sars-CoV-2-Viren mehr kursieren.

Das jetzige Zwischenergebnis wirft für Pletz viele Fragen auf. «Offenbar kann man auch bei einem negativen Antikörpertest nicht wirklich ausschließen, dass es vorher eine Covid-Infektion gab», erklärte er. Unklar sei bislang auch, ob fehlende Antikörper letztlich mit fehlender Immunität gleichzusetzen seien. Fehle diese, so seien Konzepte wie die in der Politik diskutierten Immunitätspässe «nicht haltbar». Die Jenaer Studie reiht sich ein in verschiedene Untersuchungen in Deutschland, in denen es um die Entwicklung von Antikörpern gegen das Coronavirus geht.

Nun soll bei den Studienteilnehmern, die trotz Infektion keine Antikörper gebildet haben, noch nach bestimmten Abwehrzellen im Organismus gesucht werden. Im Herbst planen die Wissenschaftler dazu auch einen zweiten Aufenthalt in Neustadt, was die Landrätin des Ilm-Kreises, Petra Enders (parteilos), begrüßte.

«Das Corona-Virus bleibt unberechenbar», erklärte Enders nach Bekanntwerden der Zwischenergebnisse. Die Kommunalpolitikerin hatte sich sehr dafür eingesetzt, dass das Infektionsgeschehen in Neustadt am Rennsteig zum Gegenstand einer Studie wird. In Neustadt waren zwei Menschen im Zusammenhang mit der Infektion gestorben.

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