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Hartmannbund schlägt Alarm: Droht Schließung von Arztpraxen?

24.03.2020 - Immer noch fehlen Atemmasken und Schutzkleidung für Ärzte und Schwestern in Arztpraxen und Kliniken. Die Lage sei prekär, warnt die Ärztevertretung Hartmannbund. Auch Zahnärzte warten auf Entscheidungen.

  • Blick in ein Sprechzimmer einer Hausarztpraxis. Foto: Monika Skolimowska/dpa-Zentralbild/dpa/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Blick in ein Sprechzimmer einer Hausarztpraxis. Foto: Monika Skolimowska/dpa-Zentralbild/dpa/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Der Hartmannbund als Vertretung der Ärzte hält die Schließung der Praxen in Thüringen für nötig, sollte die nötige Schutzausrüstung gegen Corona-Infektionen nicht schnell geliefert werden. Allen Ankündigungen zum Trotz sei die Schutzausrüstung bisher nicht angekommen, teilte die Ärztevertretung am Dienstag in Erfurt mit.

Der Vorsitzende des Thüringer Landesverbandes, Jörg Müller, erklärte: «Schon aus Verantwortung für die Gesundheit des medizinischen Personals und der uns anvertrauten Patienten rufen wir aufgrund der sehr hohen Ansteckungsgefahr zur sofortigen Einstellung der Tätigkeit in Praxis und Klinik ohne entsprechende Schutzausrüstung auf.» Auch Zahnärzte drängten auf Entscheidungen zur Behandlung von Patienten angesichts der Infektionsgefahr.

Die Versorgung von Patienten in nicht aufschiebbaren Fällen müsse selbstverständlich sichergestellt werden, abhängig davon, wie lange die Materialvorräte in den Praxen reichen, erklärte der Hartmannbund. Thüringens Gesundheitsministerium bestätigte, dass es in einigen medizinischen Bereichen trotz erster Lieferungen einen Mangel an Schutzausrüstungen gibt. Eine größere Lieferung sei vom Zoll in Hessen jedoch noch nicht freigegeben. «Wir sind an der Beschaffung dran», sagte ein Ministeriumssprecher. «Jetzt müssen alle verantwortungsvoll handeln.»

Nach den Vorgaben des Robert Koch-Instituts (RKI) dürfe in der Corona-Krise ohne Schutzausrüstung aufgrund der hochgradigen Eigen- und Fremdgefährdung keine Patientenversorgung mehr erfolgen, erklärte Müller. Wer als Mediziner anders verfahre, handele leichtfertig und gefährde in unprofessioneller Weise nicht nur sich selbst, sondern riskiere auch das Leid vieler weiterer Menschen, erklärte Müller, der Augenarzt in Gera ist. «Das Virus ist brandgefährlich.»

Das Bestehen auf Schutzausrüstung sei keine Feigheit, sondern Voraussetzung für Selbst- und Patientenschutz. Das gelte umso mehr bei einer Virusinfektion, gegen die es keinerlei Impfprävention und - abgesehen von symptomatischer Behandlung - auch keine Therapie gebe.

Der Hartmannbund vertritt nach eigenen Angaben die beruflichen, wirtschaftlichen und sozialen Interessen von Ärzten, Zahnärzten und Medizinstudierenden.

Thüringens Zahnärzte verlangten unterdessen Entscheidungen des Gesundheitsministeriums, ob Zahnarztpraxen generell geschlossen werden sollen oder nicht. Außerdem werde Klarheit erwartet, ob Schmerzpatienten und Notfälle - insbesondere wenn die Patienten infiziert seien - zentral in Krankenhäusern mit Zahnstation oder weiterhin in den Praxen behandelt werden sollen, sagte der Vize-Vorsitzende der Kassenzahnärztlichen Vereinigung Thüringens, Roul Rommeiß, MDR Thüringen. «Für die Probleme der Zahnärzte wird eine Lösung gesucht», so der Sprecher des Sozialministeriums.

Nach Angaben von Rommeiß sind wegen fehlender Schutzkleidung, Quarantäne, Erkrankungen oder Problemen bei der Rückreise aus dem Ausland inzwischen mehr als 50 der 1350 Thüringer Zahnarztpraxen geschlossen.

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