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Hennig-Wellsow strebt Bundesvorsitz der Linken an

04.09.2020 - Zusammen mit der hessischen Linke-Fraktionschefin Janine Wissler könnte Susanne Hennig-Wellsow eine neue weibliche Doppelspitze der Linken bilden. Eine Entscheidung soll es Ende Oktober bei einem Bundesparteitag in Erfurt geben.

  • Susanne Hennig-Wellsow (Die Linke), Fraktionsvorsitzende im Thüringer Landtag. Foto: Martin Schutt/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Susanne Hennig-Wellsow (Die Linke), Fraktionsvorsitzende im Thüringer Landtag. Foto: Martin Schutt/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Bei den Thüringer Linken ist sie seit Jahren die Managerin und Parteipolitikerin, nun will sie an die Spitze der Partei im Bund: Die Thüringer Landespartei- und Fraktionschefin Susanne Hennig-Wellsow will sich beim Bundesparteitag Ende Oktober um den Vorsitz der Linken im Bund bewerben. «Ich hab da echt Bock drauf», sagte die 42-Jährige am Freitag in Erfurt. Sie will zusammen mit der hessischen Linke-Fraktionsvorsitzenden Janine Wissler, die wenige Stunden zuvor ihre Kandidatur bekannt gegeben hatte, eine weibliche Doppelspitze bilden. Die bisherige Doppelspitze der Linken, Katja Kipping und Bernd Riexinger, hatte angekündigt, nicht wieder für den Parteivorsitz anzutreten.

«Ich will und werde für den Parteivorsitz der Partei die Linke antreten und kandidieren», sagte Hennig-Wellsow. Dies sei verbunden mit der großen Hoffnung, Mut und Vertrauen in Politik wiederherzustellen. Sie wolle das Potenzial, das die Linke habe, heben und «aus der etwas verschlafenen Partei durchaus eine Partei zu machen, die den Aufbruch will.

«Nein, ich rede jetzt nicht davon, dass wir unbedingt im Bund regieren müssen», sagte Hennig-Wellsow - nicht ohne nachzuschieben, dass man ihr glauben könne, dass sie wisse, wie das geht. Ihr erstes Ziel sei aber, die Linke im Bund stärker zumachen, sodass ihre Partei im Bund eine relevante Rolle spielen kann.

In Thüringen führt Hennig-Wellsow die Linke seit November 2013 und damit seit fast sieben Jahren. Den Fraktionsvorsitz übernahm sie im Dezember 2014, nachdem Bodo Ramelow (Linke) zum ersten linken Ministerpräsidenten Deutschlands gewählt wurde. Beim Schmieden des Bündnisses aus Linke, SPD und Grünen in Thüringen soll sie damals entscheidend mitgewirkt haben. Die frühere Profi-Eisschnellläuferin gilt als führungsstarke Pragmatikerin.

Die Linke ist in keinem anderen Bundesland so stark wie in Thüringen, wo sie auf Umfragewerte über 30 Prozent kommt. Bei der Landtagswahl 2019 wurde die Partei mit ihrem Spitzenkandidaten Ramelow erstmals stärkste Kraft in einem Bundesland.

Bundesweit für Schlagzeilen sorgte Hennig-Wellsow, als sie am 5. Februar dieses Jahres dem damals frisch gewählten Thüringer Ministerpräsidenten Thomas Kemmerich (FDP) einen Blumenstrauß vor die Füße warf. Kemmerich war mit Stimmen von AfD, CDU und FDP überraschend zum Regierungschef gewählt worden, nahm die Wahl an und löste damit ein politisches Beben aus, das bis nach Berlin reichte. Auf öffentlichen und parteiinternen Druck hin trat er später zurück.

Eine neue Führung der Linken im Bund wird die Partei in den Wahlkampf zur Bundestagswahl im Herbst 2021 führen müssen. Für die Linken stellt sich dabei vor allem die Frage, ob sie bereit wären, zusammen mit SPD und Grünen eine Regierung zu bilden.

Hennig-Wellsow sprach davon, dass «der Thüringer Einschlag in der Bundesspitze den Unterschied machen könnte, wenn es darum geht, ein gemeinsames Ziel zu finden, alte Zöpfe abzuschneiden». Es gehe ihr darum, «Politik für die Menschen zu machen», sagte sie. Die Linke, sagte Hennig-Wellsow neige dazu, eher «die Probleme dieser Welt zu erklären als die Lösungen». Sie stehe dafür, Lösungen zu finden und diskutieren.

Die Wahl der neuen Vorsitzenden ist für den Linke-Bundesparteitag im Herbst geplant, der vom 30. Oktober bis 1. November in Erfurt angesetzt ist. Der Chef der Linke-Bundestagsfraktion, Dietmar Bartsch geht davon aus, dass es neben Wissler und Hennig-Wellsow noch mehr Bewerber um die Parteispitze geben wird. Er wünsche sich, dass man im Vorfeld des für Ende Oktober geplanten Parteitages zu «tragfähigen Lösungen» kommen werde.

Wer Hennig-Wellsow im Falle eines Wechsels nach Berlin in Erfurt nachfolgen könnte, lies sie am Freitag völlig offen. Sie schloss kategorisch aus, dann drei Ämter zu begleiten - Bundesvorsitz, Landesvorsitz und Fraktionsvorsitz. Allerdings ließ sie auch offen, ob sie beide ihre Thüringer Ämter abgeben würde. Nach bisherigen Plänen steht schon im April die nächste Landtagswahl im Freistaat an, bei der Bodo Ramelow (Linke) seinen Posten als Ministerpräsident verteidigen will.

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